Rücklastschriften vermeiden durch Sperren des Begünstigten

emroge

Betreff:

Rücklastschriften vermeiden durch Sperren des Begünstigten

 ·  Gepostet: 24.06.2011 - 19:23 Uhr  ·  #76115
Guten Tag,

in Telefonanlagen gibt es heute die Option: "Anrufe von diesem Teilnehmer ablehnen".

Bei meinen Kunden und deren Klienten gibt es immer wieder folgendes Problem:
Vom Klientenkonto werden Beträge abgebucht, z.B. für Downloads. Da der Klient jedoch im Seniorenheim wohnt UND Dement ist sowie über keinen PC verfügt, also ein Fall von Identitätsmissbrauch.

Der Kunde (Betreuer mit Aufgabenkreis Vermögenssorge) muss also wieder eine Rücklastschrift veranlassen, das kostet Zeit für die Institutsmitarbeiter/-innen und die Betreuer/-innen.
Das ginge doch auch einfacher, siehe Telefonanlage, fragt Gerd jetzt mal die Softwarespezialisten von Volksbank und Sparkasse.

Kann so etwas nicht in OSPlus, oder was auch immer im Einsatz ist, eingestellt werden?
"Abbuchungen von diesem Teilnehmer ablehnen"

fragt
Gerd
--

Michael Döring

Betreff:

Re: Rücklastschriften vermeiden durch Sperren des Begünstigt

 ·  Gepostet: 24.06.2011 - 20:35 Uhr  ·  #76119
Zitat geschrieben von emroge
Kann so etwas nicht in OSPlus, oder was auch immer im Einsatz ist, eingestellt werden?
"Abbuchungen von diesem Teilnehmer ablehnen"

Nee, kann nicht. Dann wären auch wieder ganz schnell die Datenschützer auf dem Plan von wegen die Bank filtert die Umsätze des Kunden usw. bla bla..
Die Bank ist für die Umsätze des Kunden nicht zuständig, dafür will er selbst sorgen, das hat er ja über Gesetze, Verbraucherschützer und Datenschützer so durchgesetzt.
Dafür gibt es im von dir geschilderten Fall gesetzlich bestimmte Betreuer die das zu überwachen haben. Die Verantwortung will auch niemand umkehren damit am Ende auch da noch die Banken schuld sind, dass was falsches abgebucht wurde :twisted:
Die Zeit der Institutsmitarbeiter kann man übrigens durch Nutzung von Onlinebanking einsparen, damit ist eine Rücklastschrift ein Klick und eine TAN Eingabe.

Ergänzung:
Ist auch ein rein technisches Problem.
Die Einzugsermächtigung geht davon aus, dass alle Belastungen legitim sind. Um zu filtern, was nicht legitim ist müsste man dem System Vergleichswerte geben. Welche sollten das sein? Der Betrag variiert mit Sicherheit und selbst wenn nicht müsste man ja ausschließen, dass die Belastung der Krankenversicherung mit zufällig dem selbem Betrag nicht geblockt wird. Der Verwendungszweck ist im Sinne einer Blacklist auch nicht fassbar. Empfängername der Zahlung ist ebenfalls Freitext und damit nicht wirklich sicher greifbar. Bleiben noch Kontonummer und BLZ des Empfängers. Selbst angenommen, die wären im Moment noch immer die gleichen würde sich das mit Sicherheit schnell ändern, wenn diese Praxis bei Banken etabliert würde, sodass die Leute ihre Kontoverbindungen wechseln würden.
Dann wären wir wieder am Anfang.
Wie stellst du dir denn so einen Filter vor?
Wieviele Blacklist Kriterien sollten denn pro Konto erfassbar sein? Wieviel Logik und Speicher soll eine Bank dafür vorhalten? Wo soll das beginnen und wo soll das enden? Wer soll das pflegen? Wer trägt die Verantwortung für die richtigen Feldinhalte und Verknüpfungen?
Sorry aber das sollte dir mit deiner Informatik Vorbildung selbst klar sein, dass das rein technisch schon nahezu unmöglich ist.

emroge

Betreff:

Re: Rücklastschriften vermeiden durch Sperren des Begünstigt

 ·  Gepostet: 24.06.2011 - 21:11 Uhr  ·  #76120
Zitat geschrieben von Michael Döring

Nee, kann nicht. Dann wären auch wieder ganz schnell die Datenschützer auf dem Plan von wegen die Bank filtert die Umsätze des Kunden


Da habe ich mich vielleicht missverständlich ausgedrückt:

Der Betreuer teilt der Bank schriftlich mit:
"Konto 123456 BLZ 123 456 78" Lastschriftsperre setzen.

Der Betreuer ist zuständig und in der Verantwortung, nicht die Bank.

Zitat geschrieben von Michael Döring

Die Zeit der Institutsmitarbeiter kann man übrigens durch Nutzung von Onlinebanking einsparen, damit ist eine Rücklastschrift ein Klick und eine TAN Eingabe.


Ja klar, weiss ich, das ist ja gerade mein Anliegen, die Betreuer an Onlinebanking heranzuführen, mit einem "Softwareprodukt zur täglichen Zahlungsverkehrsabwicklung" und HBCI ChipKarte!
Diese RücklastschriftFunktion vermisse ich in übrigens in dem "Softwareprodukt zur täglichen Zahlungsverkehrsabwicklung".

Zitat geschrieben von Michael Döring

Was soll der Betreuer denn sonst noch machen außer Kohle einsacken, wenn er das auch noch abgenommen bekommt?


Na ja, siehe mal hier:
http://wiki.btprax.de/Verg%C3%BCtung
Stundenzahlen bei beruflicher Betreuung

Das passt meistens nicht!

frohes Schaffen, wünscht,
Gerd
--

Michael Döring

Betreff:

Re: Rücklastschriften vermeiden durch Sperren des Begünstigt

 ·  Gepostet: 24.06.2011 - 21:22 Uhr  ·  #76121
Zitat geschrieben von emroge
Der Betreuer teilt der Bank schriftlich mit:
"Konto 123456 BLZ 123 456 78" Lastschriftsperre setzen.

Ja, gibt es. Beim Abbuchungsverfahren (Textschlüssel 04).
Das ist nur leider derzeit seitens der Zahlungsempfänger nicht gebräuchlich im Massenkundengeschäft, da es keine Widerspruchsmöglichkeit seitens des Zahlungspflichtigen bietet. Und im Rahmen der SEPA Einführung wird es auch keinen gleichbedeutenden Ersatz geben. Es wird schlicht aussterben und das haben nicht die deutschen Banken zu verantworten.

Zitat geschrieben von emroge
Diese RücklastschriftFunktion vermisse ich in übrigens in dem "Softwareprodukt zur täglichen Zahlungsverkehrsabwicklung".

Das Produkt kenne ich nicht. Jede einigermaßen fähige handelsübliche Onlinebanking Software beherrscht den Geschäftsvorfall Rücklastschrift. Starmoney hat sogar ein Lastschriftradar genau für diesen Zweck.

emroge

Betreff:

Re: Rücklastschriften vermeiden durch Sperren des Begünstigt

 ·  Gepostet: 24.06.2011 - 21:26 Uhr  ·  #76122
Zitat geschrieben von Michael Döring

Ergänzung:
Ist auch ein rein technisches Problem.

(Habe die Ergänzung erst jetzt gesehen)

Das stimmt, - wenn es einen Filter gibt, wird es bei jeder Abbuchung auch ein neues Konto geben.

Es bleibt also nur eine Lösung zu fordern:
HKLSW - Lastschriftwiderspruch einreichen
HKLWB - Bestand Lastschriftwiderspruch
in die Software integrieren, - ich werde das nochmal ansprechen.

Es macht ja keinen Sinn alles mit Software und HBCI-Cipkarte abzuwickeln und für die Rücklastschrift dann wieder das Browserbanking zu nutzen.

vielen Dank für die Rückmeldung, schönes Wochenende,
wünscht,
Gerd
--

Michael Döring

Betreff:

Re: Rücklastschriften vermeiden durch Sperren des Begünstigt

 ·  Gepostet: 24.06.2011 - 21:29 Uhr  ·  #76123
Zitat geschrieben von emroge
Es macht ja keinen Sinn alles mit Software und HBCI-Cipkarte abzuwickeln und für die Rücklastschrift dann wieder das Browserbanking zu nutzen.

Auf keinen Fall. Eine Software, die das nicht beherrscht ist in meinen Augen auch nicht vollständig.
Lastschriftwiderspruch gehört m.E. zu den elementaren Funktionen wie Umsatzabruf, Kontoauszüge, Salden, Überweisungen usw.

waldschroeder

Betreff:

Re: Rücklastschriften vermeiden durch Sperren des Begünstigten

 ·  Gepostet: 29.06.2011 - 07:26 Uhr  ·  #76234
Zitat
Lastschriftwiderspruch gehört m.E. zu den elementaren Funktionen wie Umsatzabruf, Kontoauszüge, Salden, Überweisungen usw.

Kurze Zwischenfrage dazu: Kann die VR-NetWorld Software Lastschriftrückgaben und bietet das Geno-RZ FIDUCIA dazu überhaupt einen Geschäftsvorfall an? Im Browser-Banking gehts ja, wenn die Bank das aktiviert.