und dies betrifft die "Breite" nicht nur Neobanken, sondern auf VR (inkl. PSD) und SPK
Exakt! Der Punkt ist nur, dass die Neobanken hier bisher aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen offenbar "vernachlässigt" wurden. Der jährliche(!) Aufwand, eine Bafin-konforme Regulatorik umzusetzen, ist sehr erheblich. Bankspezifische RZs rentieren sich da schlicht nicht (siehe zuletzt die Abwicklung der SDV z.B.). Wenn die Neo-Banken endlich die gleichen Anforderungen erfüllen müssen, werden deren Preise ebenfalls erheblich steigen oder sie werden am Ende bei den großen landen (FI oder Atruvia), weil sich ein RZ-Eigenbetrieb rechnerisch kaum abbilden lässt.
Stimmt genau. Eine Kontoeröffnung "so easy" zu machen ist leicht und keine Innovation, wenn ich die immensen regulatorischen Anforderungen nicht erfülle(n muss).
Das ist (leider) das selbe Prinzip wie bei den "sozialen" Medien(plattformen), die nicht als Medien behandelt werden und für die Inhalte Haften müssen sondern als nicht-haftende Telekommunikationsanbieter. Obwohl sie durch Algorithmen die Inhalte in der Breite massiv beeinflussen, wie man inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen hat (Echokammer-, Blasenprinzip etc..).
Auch wenn "Neo" vorne dransteht oder "neue Medien" muss dringend Gleiches gleich behandelt / beaufsichtigt werden. Stichwort "level playfield" ..
Das Geschrei, die Aufsicht sei bei "sozialen" Medien "Zensur" ist schon Teil des gestreuten Framings der großen Meinungs-Anbieter wie meta, Google und X. Das ist ebenso vergleichbar mit dem Geschrei, Aufsicht würge "Innovation" (hier im Bankensektor) ab. Nö. Wenn einer ungestraft treiben kann was er will, dann ist es leicht "Innovativ" zu erscheinen, weil er Sachen tun kann, die anderen verboten sind.
[…] Der jährliche(!) Aufwand, eine Bafin-konforme Regulatorik umzusetzen, ist sehr erheblich. Bankspezifische RZs rentieren sich da schlicht nicht (siehe zuletzt die Abwicklung der SDV z.B.). Wenn die Neo-Banken endlich die gleichen Anforderungen erfüllen müssen, werden deren Preise ebenfalls erheblich steigen oder sie werden am Ende bei den großen landen (FI oder Atruvia), weil sich ein RZ-Eigenbetrieb rechnerisch kaum abbilden lässt.
Kurze Zwischenfrage von der Randlinie: waren nicht u.a. regulatorischen Anforderungen (irgendwas mit Beaufsichtigung durch die europäische Ebene) einer der Gründe, warum die Apobank die große Atruvia verlassen hat und mit Avaloq ihr eigenes RZ hochgezogen hat?
Nein, ich meine nicht, dass Avaloq erst seit dem Apobank-Wechsel existiert.
Ich meine, dass die Apobank u.a. wegen irgendwelcher regulatorischen oder aufsichtsrechtlichen Geschichten nach den RZ-Fusionen im genossenschaftlichen Bereich nicht bei Atruvia geblieben ist, sondern mit dem Anbieter Avaloq ein eigenes RZ hochgezogen hat.
Als Gegenentwurf zu hbciuser, der ja schreibt, dass regulatorische Anforderungen einen in die Arme der großen RZ-Dienstleister "treiben".
Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, war und ist die Apobank so groß, das sie unabhängig vom Rechenzentrum auf europäischer Ebene beaufsichtigt wird.
Ja, so erinnere ich das auch. Aber die waren u.a. deshalb ja in ihr eigenes RZ gegangen, weil Atruvia "als Großer" das nicht leisten konnte (oder wollte). Gibt also anscheinend auch das genaue Gegenteil von dem, was hbciuser schreibt.
"Die Großen" können nur Skaleneffekte nutzen, wenn nicht allzu viele (oder nur die konfigurierbaren = bereits im Code berücksichtigten) Sonderlocken seitens der Kunden verlangt werden. Nur dann können auch entsprechende Preise gehalten werden.
Das RZ übernimmt auch nicht die Regulatorik für die Bank, das muss sie schon selber tun. Sie hält höchstens zu den regulatorischen Anforderungen passende Instrumente bereit und entwickelt diese weiter. Da hat man als Bank wenigstens damit nicht mehr Aufwand als die anderen Institute auch, die beim selben RZ angeschlossen sind.