Bitte wähle nachfolgend aus, welche Beiträge auf dieser Themenseite auf dem Ausdruck ausgegeben werden sollen. Um dies zu tun markiere bitte die Checkbox auf der linken Seite der Posts, die im Ausdruck berücksichtigt werden sollen und klicke anschließend ganz unten auf der Seite auf den Button "Drucken".

Unterschiede HBCI und EBICS

enfera

Betreff:

Unterschiede HBCI und EBICS

 ·  Gepostet: 26.06.2013 - 10:47 Uhr  ·  #91819
Hallo,

kann mir jemand bitte die Unterschiede (nicht technisch, sondern Anwenderbezogen) zwischen HBCI und EBICS verraten?

Stimmt die grobe Aussage, dass man mit HBCI europaweit und nur mit EBICS weltweit überweisen kann?

SR

Betreff:

Re: Unterschiede HBCI und EBICS

 ·  Gepostet: 26.06.2013 - 11:04 Uhr  ·  #91820
Hallo,

das kommt auf Deine Bank an, welche Anwendungen diese für welche Verfahren zur Verfügung stellt.

Ganz grob stimmt die Aussage aber zumindest bei manchen Banken.

Daher am besten bei Deiner Bank nachfragen.

onlbanker

Betreff:

Re: Unterschiede HBCI und EBICS

 ·  Gepostet: 26.06.2013 - 11:43 Uhr  ·  #91822
Ein anwenderbezogener Unterschied liegt darin, dass man bankübergreifend mit nur einer Unterschrift zurechtkommt. Diese Unterschrift wird als Datei erzeugt mithilfe eines INI-Briefes den man bei Ersteinrichtung unterschrieben an die Bank faxt. Nicht zu verwechseln mit der Unterschriftsdatei im HBCI Verfahren, was einige Volksbanken anbieten.
Aufträge werden dann nur mit zwei Passwörtern freigegeben ohne diesen PIN/TAN Heckmeck. Das macht das Verfahren besonders bequem und in Spezialfällen auch automatisierbar.

Weiterhin ist es ausgelegt für sehr viele Konten mit sehr vielen Umsätzen, also für Massenverarbeitung wie z.B. bei großen Firmen.
Ein Nachteil: Damit ist nur ZV möglich. Sachen wie Daueraufträge verwalten oder Handy aufladen gibt es mit EBICS nicht.

Noch ein wesentlicher Unterschied: EBICS bieten Deutsche Banken aufgrund ihrer Selbstverpflichtung immer an. Bei HBCI ist das längst nicht so, da bauen viele Banken auf reines Browserbanking.

EBICS ist häufig kostenpflichtig, HBCI ist meistens kostenfrei bzw. in der Kontoführung enthalten.

EBICS fähige Programme sind im Gegensatz zu HBCI fähigen Programmen relativ selten und oft mäßig bis erheblich teurer.

In EBICS bieten Banken häufig eine feinere Abbildung der Benutzerberechtigungen an. Z.B. betragsabhängige Mehraugen-Unterschriften usw.

Und zu guter letzt: EBICS ist eine Vereinbarung zwischen Kontoinhaber und Bank, der/die Teilnehmer nehmen Kenntnis und leisten Unterschriftsprobe(n). HBCI hingegen zwischen Teilnehmer und Bank, der Kontoinhaber - sofern abweichend - nimmt zustimmende Kenntnis. Das kann für Firmen in mancher Hinsicht einen wichtigen Unterschied darstellen.

onlbanker

Betreff:

Re: Unterschiede HBCI und EBICS

 ·  Gepostet: 26.06.2013 - 12:47 Uhr  ·  #91823
Zitat geschrieben von enfera
Stimmt die grobe Aussage, dass man mit HBCI europaweit und nur mit EBICS weltweit überweisen kann?

Das hatte SR ja schon beantwortet. Es stimmt im Grunde nicht, denn die Möglichkeiten des reinen Zahlungsverkehrs unterscheiden sich zwischen HBCI und EBICS nicht. Es gibt eine Reihe mehr und andere Geschäftsvorfälle bei EBICS als bei HBCI aber mit der Reichweite einer stinknormalen Überweisung hat das garnichts zu tun.

Wenn es hier Unterschiede gibt, beruhen die auf vertraglichen Einschränkungen der Bank. So bieten z.B. manche Banken Auslandsaufträge nur betragsabhängig oder garnicht über HBCI an, weil einige Trojaner ins Ausland überweisen und man das durch diese Einschränkung wirksam verhindern kann. Mag manchmal auch vertriebliche Gründe haben, um das ertragswirksame Produkt EBICS zu pushen.

Rein technisch kann man mit beiden Verfahren deutschlandweit, europaweit und weltweit überweisen.

Raimund Sichmann

Betreff:

Re: Unterschiede HBCI und EBICS

 ·  Gepostet: 26.06.2013 - 19:58 Uhr  ·  #91830
HBCI wird bei vielen Bankengruppen direkt online weiterverarbeitet und bietet so z.B. aktuellen Zugriff auf die Kontoumsätze (z.B. für onlineshops mit Vorkasse dürfte dies wichtig sein). EBICS läuft dem meist eher hinterher, selbst bei untertägiger Datenversorgung.
Bei fehlerhaften Buchungen reagiert der Bankrechner meist direkt mit einer Fehlermeldung, bei EBICS muss/sollte man anschließend die Protokolle auswerten.

FinTS/HBCI bietet bei vielen Banken rückwirkend Zugriff auf die Umsatzdaten, EBICS bei den meisten Banken erst ab dem Tag der Freischaltung der Konten.

Verteilte Unterschrift: Ist mit HBCI schwieriger zu realisieren, da die Unterschriftsberechtigten die Aufträge im gleichen Netzwerk leisten müssen. Bei EBICS ist dies relativ einfach zu realisieren, man kann am Server unterschreiben.

Alles etwas verschwommen formuliert, weil es durchaus Abweichungen je nach Bank/-gruppe geben kann.

Gruß
Raimund