Hallo Raimund,
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Ja, das ist eine Sache mit der Bezeichnung. Wir haben ja auch am Anfang sehr lange überlegt und schlussendlich beides, also onlinebanking-forum.de und homebanking-hilfe.de angemeldet.
es liegt mir fern, den Machern dieses Forums generelle Definitionen zum Thema Homebanking schlau zu reden. Ihr leistet hier eine ausgezeichnete und professionelle Arbeit, die ich seit Langem sehr schätze.
Mein Anliegen ist, dass bei der Diskussion um das Thema Sicherheit beim browsergestützten Banking die Kirche im Dorf gelassen wird. Sicherlich besteht in der Öffentlichkeit zur Zeit noch ein mangelndes Bewusstsein, dass diese Form des rechnergestützen Bankverkehrs im Vergleich zur softwaregestützten Variante mit HBCI mit höheren Risiken behaftet ist - ich würde, um das Thema zu veranschaulichen, hier als Vergleich die Nutzung eines motorisierten Zweirades vs. PKW heranziehen. Es werden teilweise Argumente gegen das Onlinebanking herangezogen, die ich nicht nachvollziehen kann.
Generell ist die derzeitige Lage am Homebanking-Markt so, dass nicht jedes Kreditinstitut das derzeit ohne Zweifel als am sichersten geltende HBCI-Verfahren mit Chipkarte (ext. Leser mit eigener Tastatur & eigenem Display) anbietet. Dies wird meiner Meinung nach nicht aus Gründen der Ignoranz gegenüber den Gefahren des Onlinebankings gemacht, sondern folgt in erster Linie betriebswirtschaftlichen Überlegungen, aber auch den Wünschen der Kunden. Mir ist kein Kreditinstitut bekannt, dass auf Kosten der Sicherheit seine Kundenverbindungen opfern würde.
Also, wer Motorrad fährt, begibt sich in größere Gefahr als jemand, der in der relativ sicheren Fahrgastzelle eines PKW das Gaspedal bedient. Allerdings habe ich den Eindruck, dass dieses Gefahrenpotenzial vielen Bikern nicht unbedingt bewusst ist, obwohl diese - im Gegensatz zum Onlinebanking - hierfür eine spezielle Ausbildung erworben haben. Letztendlich ist Motorradfahren nur so sicher, wie es aufgrund der bekannten Risiken (Beschleunigung, Verzögerung, Fliehkraft, usw.) vollzogen wird. Das gilt meiner Meinung nach im übertragenen Sinne auch für das Onlinebanking.
Es muss also eher am Bewusstsein, wie sicheres Onlinbanking angewendet werden kann, gearbeitet werden und nicht allein die Forderung postuliert werden, dass vermeintlich unsichere PIN/TAN-Verfahren zu meiden. Es gibt mittlerweile sicherere Formen des TAN-Verfahrens (e-, m-, i-TAN), die der berechtigten Kritik am herkömmlichen TAN-Verfahren Rechnung tragen.
Generelle Aufklärungsarbeit zum Bereich Homebanking wird seitens der Kreditinstitute, der Medien und auch derartiger Foren zur Genüge geleistet. Der positive Effekt der kriminellen Angriffe insbesondere auf das Onlinebanking führt nebenbei zu einer höheren Durchdringung bei den Nutzer nach Antworten auf die sicherheitsrelevanten Fragen zu suchen. Und diese zu beherzigen.
Deine Aufzählung der grundsätzlichen Vorsichtsmaßnahmen:
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Surf nicht mit Adminrechten!
Aktualisiere deinen Computer ständig (nicht nur Betriebssystem, sondern alle Programme, natürlich auch Virenscanner und Firewall)!
Lese keine Mails von unbekannten Leuten!
Öffne keine Anhänge von unverlangten Mails!
Am besten nutzt du gar kein Windows, sondern nimmst Linux oder nen Mac oder noch besser: Einen eigenen Rechner zum Surfen und einen zum Arbeiten!
Installiere keine Programme aus dubiosen Quellen!
Nutze keine Chatprogramme, diese können Sicherheitslücken haben!
Nutze alternative Browser!
nutze keine alternative Browser, wenn du auch den IE nutzt!
Nutze kein Java!
etc. pp.
ist ausführlich. Wenn ich alle genannten Maßnahmen nutzen würde, käme ich mir allerdings wie ein Motorradfahrer mit Helm und Eishockeytorwart-Montur vor, der auf einem umfriedeten Verkehrsübungsplatz in einem PKW umherfährt.
Ich denke, dass je nach "fahrerischem Können" jeder Onlinebanking-Anwender seine individuellen Sicherheitsmaßnahmen wählen sollte.
Um zusätzlich noch die Statistik zu bemühen, anbei ein paar Links zu Statistiken des BKA und des Statistischen Bundesamts zu den Themen Computerkriminalität und Verkehrssicherheit. Leider habe ich bisher keine aussagekräftigen Daten zum Motorisierungsgrad bzw. "Onlinebanking-Durchdringungsgrad" gefunden, die man dann mit den unten genannten Zahlen in Relation setzen könnte (gibt es jemanden, der eine Quelle benennen könnte?).
Hinzu sei gesagt, dass die Banken in den meisten Fällen bei Onlinebankingbetrugsfällen entweder noch rechtzeitig reagieren können, bevor das Kind ins Wasser gefallen ist oder teilweise auch zu einer kulanten Lösung bereit sind. Aufgrund der relativ langsamen Abwicklung des ZV (wer denkt es geht schneller, lässt sich häufig etwas vorgaukeln) und der gestiegenen Aufmerksamkeit der Nutzer ist ein Eingreifen oft noch möglich. Noch ist das so. Es wird sich ändern. Spätestens dann, wenn die Vorgaben aus Brüssel zum künftigen ZV in der EU umgesetzt werden.
langer link
Statistisches Bundesamt, Getötete im Straßenverkehr 2006
(siehe Anhang)
BKA, Statistik Computerkriminalität 2006
Gruß aus Hamburg
Rikidiki
P.S.
Zitat
Da halte ich die Chipkartentechnik, aber auch mobile TAN und mit Einschränkung SmartTAN plus für billiger, weil zeitsparender (iTAN reicht nicht).
Was reicht beim iTAN-Verfahren nicht aus?
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