Frage zur Inlandsüberweisung

welche Absenderangaben erhält der Empfänger

AltF4

Betreff:

Frage zur Inlandsüberweisung

 ·  Gepostet: 13.08.2010 - 05:35 Uhr  ·  #69092
Hallo,
im Zusammenhang mit der Zahlungsart "Vorkasse" bei manchen Versandhändlern würde mich interessieren, welche Einzahler-Angaben dem Empfänger außer dem VWZ übermittelt werden (Kontonummer?).

- ist das einheitlich oder bankintern geregelt?
- falls bankintern, wie handhabt das die Sparkasse (Chemnitz)?
- kann ich das als Einzahler ggf. beeinflussen?

Michael Döring

Betreff:

Re: Frage zur Inlandsüberweisung

 ·  Gepostet: 13.08.2010 - 08:40 Uhr  ·  #69094
Hi!
In der Vergangenheit war es dem Empfänger - zumindest mit Softwareprodukten - immer möglich, auch die Absender-Kontonummer und -BLZ zu sehen.

Allerdings gibt es Bestebungen, dies aus Datenschützgründen zu unterbinden, so findet man diese Angaben mittlerweile bei einigen Banken/Sparkassen im Browserbanking schon nicht mehr vor.

Im HBCI- und EBICS-Standard ist das meines Wissens aber noch nicht geändert worden bislang, sodass sämtliche Softwareprodukte es dennoch ausgeliefert bekommen sollten - selbst bei Banken, die es im Browserbanking schon nicht mehr anzeigen.

Einheitliche Regelung? Wo denkst Du hin? Nein, in Deutschland gibt es für garnichts einheitliche Regelungen. Ausnahmen findet man IMMER.

Wie Chemnitz das handhabt, am besten mal dort erfragen oder - falls Konto vorhanden - einfach mal nachschauen bei einer Gutschrift.

Und nein, der Einzahler kann das nicht beeinflussen.

AltF4

Betreff:

Re: Frage zur Inlandsüberweisung

 ·  Gepostet: 13.08.2010 - 08:55 Uhr  ·  #69095
danke für die schnelle Antwort!
Zitat geschrieben von Michael Döring
- einfach mal nachschauen bei einer Gutschrift.

deshalb hatte ich die Frage gestellt - ich habe schon Überweisungen bekommen, da war außer dem Betrag und dem Datum überhaupt nichts zu erkennen und bei anderen die komplette Bankverbindung des Einzahlers.

Da werde ich wohl doch mal direkt bei meiner Spk nachfragen müssen, weil ich meine Kto-Nummer nicht unnötig oft ins Netz stellen will.

Michael Döring

Betreff:

Re: Frage zur Inlandsüberweisung

 ·  Gepostet: 13.08.2010 - 11:02 Uhr  ·  #69098
Zitat geschrieben von AltF4
Da werde ich wohl doch mal direkt bei meiner Spk nachfragen müssen, weil ich meine Kto-Nummer nicht unnötig oft ins Netz stellen will.


Du kannst einfach folgenden Test machen: Starmoney Testversion installieren (oder jede beliebige andere Software), Konto einrichten, Umsätze ziehen und dann Doppelklick auf eine Gutschrift. Wenn dann alle Daten zu sehen sind gehört Chemnitz zu den erwähnten Sparkassen, die im Browserbanking die Nummern nicht anzeigen aber über HBCI ausliefern. Dann haste Deine Daten.

Und den Hinweis mit den Netz hab ich nicht verstanden. Wenn Du Zahlungsempfänger bist, brauchst Du doch nur dem Käufer die Kontonummer geben und nicht direkt ins Netz stellen.
Und was hat das mit der Kontonummer und BLZ des Zahlungspflichtigen zu tun?

Fellini

Betreff:

Re: Frage zur Inlandsüberweisung

 ·  Gepostet: 13.08.2010 - 11:34 Uhr  ·  #69101
Ich glaube, dass es hier mit dem Datenschutz ein Stück weit übertrieben wird.
Kto. / BLZ sind quasi die Adresse deines Geldes, irgendwo vergleichbar mit Ort / Straße. Diese Angaben sind für eine Zahlung / Lieferung einfach erforderlich. Die Adresse der Gegenseite zu haben, wenn man etwas zurückschicken will, ist auch nicht so schlecht. Bei der Adresse steht in den allermeiseten AGB und Datenschutzerklärungen, dass das Unternehmen die Adressen weitergeben darf. Ja, 99% des Adresshandels, der jedes Sommerloch einmal duch die Presse gezogen wird, ist legal. Wenn das eine % an von der Telekom ist, dann ist das Mediengeschrei berechtigterweise groß.
Bei Bankdaten ist diese Weitergabe weder statthaft noch sinnvoll. Was bringt mir denn deine Kontonummer, wenn du mir was (z.B. wg. Ebay) überwiesen hat. Viel, wenn ich dir aus dem Geschäft was zurückgeben möchte oder muss. Nichts, wenn ich sie später unberechtigt verwende. Stand heute widersprichst du der Lastschrift. Stand SEPA ab November kommt mangels Mandat nicht einmal eine Abbuchung durch.

AltF4

Betreff:

Re: Frage zur Inlandsüberweisung

 ·  Gepostet: 13.08.2010 - 22:44 Uhr  ·  #69115
Zitat geschrieben von Michael Döring

Und den Hinweis mit den Netz hab ich nicht verstanden. Wenn Du Zahlungsempfänger bist, brauchst Du doch nur dem Käufer die Kontonummer geben und nicht direkt ins Netz stellen.
Und was hat das mit der Kontonummer und BLZ des Zahlungspflichtigen zu tun?

Es ging um die Zahlungsart "Vorkasse", da bin ich der Einzahler, nicht der Empfänger.
Man bekommt per EMail eine Referenznummer für den VWZ und die Bankverbindung des Zahlungsempfängers. Der braucht meine Kto-Nr. nicht!
Ins Netz stellen war unglücklich ausgedrückt, besser: an unnötig vielen Stellen hinterlegen

Inzwischen hat die Sparkasse geantwortet, falls es jemand interessiert:

Zitat
Bei einer Online-Überweisung wird der Name des Auftraggebers (also Ihr Name als Kontoinhaber) und auch die Kontonummer und die Bankleitzahl an den Empfänger übermittelt. Auf dem papierhaften Kontoauszug des Empfängers wird i. d. R. jedoch nur der Name des Auftraggebers ausgewiesen.
Dabei macht es keinen Unterschied, ob die Online-Überweisung direkt aus dem Browser oder mit einer Software ausgeführt wird.
Für mögliche weitere Anfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.


Fellini,
Du sprichst vom Normalfall - mich beunruhigen die zahlreichen Datenpannen.
Mit jeder getätigten Online-Überweisung landen meine kompletten Daten unnötigerweise auf einem weiteren Computer und folglich steigt damit mein Risiko, Opfer einer Datenpanne bei einem Empfänger zu werden.
Dass sich die Einzahlerdaten auch unterdrücken lassen, beweisen meine empfangenen Überweisungen, die allerdings vom Einzahler am Sparkassenschalter in Auftrag gegeben wurden.
Und wenn ich selbst meine Kontodaten unterdrücken könnte, dann brauchte ich mich doch auch nicht zu beschweren, wenn ich mir selbst die Rücküberweisung erschweren würde bzw. wenn die Bank in diesem Falle Gebühren dafür nehmen würde.

Raimund Sichmann

Betreff:

Re: Frage zur Inlandsüberweisung

 ·  Gepostet: 14.08.2010 - 13:20 Uhr  ·  #69125
Hallo AltF4,

ich bin zwar auch für Datenminimierung, gebe aber Fellini Recht.

Du musst eh kontrollieren, ob sich jemand Geld per Lastschrift von deinem Konto "besorgt" und ggf. die Lastschrift stornieren lassen. Dazu wirst du von jeder Bank verpflichtet, wenn du ein Girokonto hast und keine unberechtigten Abbuchungen riskieren willst. Die Mühe musst du also leider auf dich nehmen, es ist damit ziemlich egal, wieviel Leute deine Kontonummer haben.

Passieren kann also höchstens, dass dir jemand einfach Geld (zurück-) überweist.

Gruß
Raimund

AltF4

Betreff:

Re: Frage zur Inlandsüberweisung

 ·  Gepostet: 14.08.2010 - 14:53 Uhr  ·  #69127
Zitat geschrieben von Raimund Sichmann
... es ist damit ziemlich egal, wieviel Leute deine Kontonummer haben.

Nach dieser Logik wäre es also auch egal, ob ich meine Wohnungstür noch abschließe, Gesundheitsvorsorge betreibe, sorgsam mit meinen Mail-Adressen umgehe...
Genau das Gegenteil von dem, was Verbrauchern beim Umgang mit sensiblen Daten immer geraten wird.

Michael Döring

Betreff:

Re: Frage zur Inlandsüberweisung

 ·  Gepostet: 15.08.2010 - 08:49 Uhr  ·  #69144
Eine Kontonummer ist nicht mit der Gesundheit und der Wohnungstür gleichzusetzen. Sie ist vergleichsweise viel harmloser, weil alles genau verfolgt werden kann. Man weiß immer, wo und wie sich was bewegt hat und kann dies rückgängig machen. Insofern wirklich nicht sonderlich gut vergleichbar mit den anderen Dingen.

Es ist gut, auch mit der Kontonummer restriktiv umzugehen. Aber man muss es auch nicht übertreiben.
Deine Wohnungstüre schließt Du ja auch nur ab und verrammelst sie nicht gleich, um mal bei dem Vergleich zu bleiben.
Und Du läßt Dir auch nicht vorsorglich sämtliche Organe durch künstliche ersetzen, um Krankheiten vorzubeugen, oder?

AltF4

Betreff:

Re: Frage zur Inlandsüberweisung

 ·  Gepostet: 15.08.2010 - 16:55 Uhr  ·  #69150
Na, da hast Du ja noch mal die Kurve gekriegt - in Deiner ersten Antwort hättest Du mir beinahe aus Versehen Recht gegeben...

Zitat geschrieben von Michael Döring

Allerdings gibt es Bestebungen, dies aus Datenschützgründen zu unterbinden, so findet man diese Angaben mittlerweile bei einigen Banken/Sparkassen im Browserbanking schon nicht mehr vor.

Raimund Sichmann

Betreff:

Re: Frage zur Inlandsüberweisung

 ·  Gepostet: 15.08.2010 - 17:13 Uhr  ·  #69151
Zitat geschrieben von AltF4
...mit sensiblen Daten immer geraten wird.
eben: Die Kontoverbindung gehört meiner Meinung nicht dazu. Man sollte da immer den Zusammenhang betrachten. Die Gefahr für dein Geld besteht im Grunde nur bei unberechtigten Belastungen. Die würdest du natürlich nicht akzeptieren und die Buchung zurückgehen lassen. Dies verursacht aber große Kosten beim Abbuchenden.
In deinem Vergleich:
Lass die Haustür offen stehen, verlange aber von jedem potentiellen Dieb 3,00 Euro Eintritt.
Oder: Wenn eine Mail an dich den Absender nur einen Cent kosten würde, gäbe es kein Spam-Problem. Dafür wäre ich sowieso... ;)

Aber: Wenn deine Bankverbindung Rückschlüsse auf deine finanziellen Verhältnisse zu lässt, also z.B. deine Bank nur Kunden mit 1 Mio Nettoeinkommen pro Jahr bedient, bin ich übrigens voll deiner Meinung.
Gruß
Raimund

Michael Döring

Betreff:

Re: Frage zur Inlandsüberweisung

 ·  Gepostet: 16.08.2010 - 07:51 Uhr  ·  #69183
Zitat geschrieben von AltF4
Na, da hast Du ja noch mal die Kurve gekriegt - in Deiner ersten Antwort hättest Du mir beinahe aus Versehen Recht gegeben...

Das war kein Versehen.
Das eine ist Fakt und das andere war meine Meinung.
Sinnvoll ist das Ausblenden der Daten in meinen Augen dennoch NICHT. Ein ungezieltes Veröffentlichen der Daten allerdings auch nicht.

Ist kein Widerspruch in meinen Augen und auch keine "Kurve kriegen".

Holger Fischer

Betreff:

Re: Frage zur Inlandsüberweisung

 ·  Gepostet: 22.08.2010 - 08:06 Uhr  ·  #69343
Hallo AltF4,

zurück zu eigentlichen Frage:
Es ist ein Unterschied, was deine Bank weiter gibt und was die Bank des Zahlungsempfängers ausgibt.
Deine Bank (die abgebende Bank) gibt die Daten immer weiter.
Auf der Empfängerseite sieht das schon anders aus, hier gibt nicht jede Bank die Informationen an den Kunden weiter. Insbesondere einige Großbanken kürzen diese Informationen aus z.B. Datenschutzgründen. Es gibt auch Großbanken, die diese Informationen nur Geschäftskunden (manchmal als kostenpflichtigen Service....) zur Verfügung stellen.

Es ist also wie hier schon geschrieben wurde nicht einheitlich geregelt. Ansonsten sehe ich das eher wie die Mehrheit hier....

Viele Grüße

Holger