versuchen die Banken HBCI zu verdrängen?

magenta

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versuchen die Banken HBCI zu verdrängen?

 ·  Gepostet: 29.08.2011 - 16:19 Uhr  ·  #77819
mir fällt vermehrt auf, dass die Banken in einen bunten Ausbau ihrer Onlinebankingseiten investieren.

Gleichzeitig werden die Kunden nach allen Regeln der Kunst gezwungen, sich online einzuloggen. Zum Beispiel indem "Nachricht an die Bank" per HBCI nicht angeboten wird, umgekehrt aber regelmäßig irgendwelche Nachrichten aus dem hauseigenen Postfach im Onlinebanking abgerufen werden müssen.

Ich vermute, die Banken wollen damit die Kunden stärker binden und einen Wechsel zwischen Banken erschweren. Dabei werden gleichzeitig Bankunabhängige Homabankingprogramme vom Markt verdrängt.

Außerdem schleichen sich über die mobile Tans Gebühren für Überweisungen ein.

Verschwörungstheorie, oder traurige Wahrheit?

Anorak_th

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Re: versuchen die Banken HBCI zu verdrängen?

 ·  Gepostet: 29.08.2011 - 17:09 Uhr  ·  #77823
Sowohl als auch.
Leider ist es zu einfach den Banken die Schuld in die Schuhe zu schieben.
Die Banken können nur das umsetzen was ihnen durch die Rechenzentralen zur Verfügung gestellt wird.
Unglücklicherweise wird hier hauptsächlich für den Durchschnittuser programmiert & der hat halt PIN/TAN und keine Software. Im Übrigens kommen auch einige Bankeigene Programme damit nicht zurecht.

Das sich hieraus der "Zwang" ergibt sich anzumelden und ggf. kostenpflichtige TANs (was wieder ein anderes Thema ist) zu verwenden ist dabei tatsächlich ärgerlich.

Ich würde mal einfach mit deiner Bank sprechen (leider passiert dies viel zu selten) und diese bitten a.) falls möglich dir die Infos anders zur Verfügung zu stellen und b.) mal eine Anfrage an deren Rechenzentrale zu stellen (viele Anfragen erhöhen die Chance, das sich da bald was ändert).

Holger Fischer

Betreff:

Re: versuchen die Banken HBCI zu verdrängen?

 ·  Gepostet: 29.08.2011 - 17:09 Uhr  ·  #77824
Zitat geschrieben von magenta

Verschwörungstheorie, oder traurige Wahrheit?

Verschwörungstheroien enthalten immer Wahrheiten, dass macht Sie ja so plausibel, wenn man die Details nicht hinterfragt oder kennt.

-> Daher Verschwörungstheorie 😉

croconmedia

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Re: versuchen die Banken HBCI zu verdrängen?

 ·  Gepostet: 29.08.2011 - 17:25 Uhr  ·  #77825
Nun, seit ca. 2003 ist es ja nicht nur wichtig "dass man drin" sei, sondern auch wie. Da liegen schon jährlich erhebliche Budgets parat für den Ausbau des Internetauftritts und Anpassung an Internet Technologien. Auch wenn das ganze Ajax und Web2.0, ne moment ... jetzt nennen wir es ja bald HTML5 ... eher ein Rückschritt anstatt Vorschritt ist aber gut, hierbei scheiden sich die Geister.

Letzten Endes ist der Internetauftritt, das Schild, welches man für den Kunden und evtl. zukünftigen Kunden nach aussen hängt, hat ja nun auch schon etwas mit Reputation zu tun.

Sich online einzuloggen ist ja nun nicht verkehrt, nicht nur aus sicherheitstechnischen Gründen , sondern auch zwecks des Datamining. Selbst wenn es nur einige Tabs in der Datenbank sind, hinsichtlich System, Browser, Cookieabfragen, etc. welche dort gefüllt werden. Doch hat man meist die eMail Adresse seiner Bank parat und es liegt an jedem selbst, wie er Kontakt aufnimmt. Am schnellsten geht es immer noch telefonisch ;)

Kundenbindung ist ja nun auch ein Ziel welches fokussiert werden sollte, aus Sicht einer Bank. Daran ist nichts verkehrt, aber ein Wechsel zwischen den Banken ist meiner Einsicht nach heutzutage wesentlich einfacher als es vor der Zeit des Online Banking Zeitalters gewesen ist.

Der Markt der Homebankingprogramme war eigentlich nie ein einfach gewesen, natürlich favorisieren die einzelnen Banken die Homebanking Softwareprodukte, für die auch der Berater geschult ist und welche von der jeweiligen Bank lizensiert und/oder herausgegeben werden. Macht doch Sinn. Dennoch sind Kunden, die Konten bei unterschiedlichen Banken unterhalten immer auf der Suche nach dem Produkt, das alles kann. Ob das nun Quicken, S-Firm, ZV-Light, MC-Light, MultiCash oder wie auch immer die Software hiess, der Markt ist seit geraumer Zeit da und wird es wohl auch immer sein.

Wie ein Softwareprodukt vom Markt verdrängt wird liegt auch immer daran, ob der Bankkunde ein Kunde ist der nur 1-2 Konten hat oder ein Mittelständler mit 8 Konten oder eine Firma mit weltweit 200 Konten.

Da gab es Zeiten wo S-Firm noch von einem unabhängigen Softwareentwickler vertrieben wurde, dann wurde die Software mehr oder minder in den Sparkassenverband integriert, später wechselten andere Banken dann über zu S-Firm die zuvor ZV-Light oder MC-Light nutzten, die von einem anderen unabhängigen Softwareanbieter stammen, was aber auch mit politischen Gründen zu tun hat, wie reagiert welcher Entwickler am ehesten mit Verbesserungsvorschlägen, welche Lizenzkosten kommen auf die Bank zu, wie sieht der Support aus, etc. Aber ganz klar, die Bankverbände legen ihren Instituten nahe, hauseigene Produkte einzusetzen.

Je nachdem aus welchem Blickwinkel man dies betrachten mag, hat es sicherlich hierbei in einer bestimmten Art und Weise mit Verdrängung zu tun, der Kunde der Bank möchte jedoch auch sowenig Geld wie möglich ausgeben, so schaut die Bank natürlich wie sie den Kostenfaktor niedrig halten kann.

Das Gebühren erhoben werden, hier und da, ich meine, war es jemals anders ?

Wenn ich hier in Panama an einem bankfremden Automaten meinen Kontostand abrufe oder Geld abhebe, werden sogar 3 US Dollar fällig. Hebe ich Bargeld mit einer Kreditkarte ab, ebenfalls, zusätzlich zu den Bank-eigenen Gebühren.

Die Gebühren waren eigentlich immer eine traurige Wahrheit. Ob hierbei die traurige Wahrheit eine Art Verschwörungstheorie ist, muss jeder für sich selbst beantworten. Fakt ist, dass das Geschäft mit Geld und Banken selbst, ein Teil des heutigen Systemes darstellen, ob der Kunde nun viel Geld hat, oder viele Schulden hat, wie auch immer man es dreht und wendet, die Bank verdient grundsätzlich immer am Kundengeschäft. Hierbei kann man aber auch ganz schnell in die Zeitgeist Diskussion abwandern, die Thematik ist einfach zu gross ;)

Fakt ist, die Bank muss auch überleben und seine Mitarbeiter zahlen etc. also muss ja irgendwoher das Geld stammen. Es ist ja keine staatliche Institution die mit Steuergeldern finanziert wird ( lassen wir mal die Bad Banks Thematik ausser Acht ... lach )

Da bildet sich jeder am besten seine eigene Meinung :)

In diesem Sinne viele Grüsse !

obnutzer

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Re: versuchen die Banken HBCI zu verdrängen?

 ·  Gepostet: 29.08.2011 - 17:29 Uhr  ·  #77826
Zitat geschrieben von magenta
Zum Beispiel indem "Nachricht an die Bank" per HBCI nicht angeboten wird, umgekehrt aber regelmäßig irgendwelche Nachrichten aus dem hauseigenen Postfach im Onlinebanking abgerufen werden müssen.

Speziell das Thema dürfte die sichere Online-Nachricht sein, nehme ich an. Das scheitert schlicht an den Möglichkeiten. Der HBCI Standard - aktuell FinTS genannt - bietet eben nicht alles, was eine Bank manchmal gern hätte bzw. haben muss. Und über die Webschnittstelle kann die Bank sich halt in allen Richtungen austoben ohne an den Standard gebunden zu sein.

Sinnvolle Ergänzung des HBCI: JA
Bindung über Webschnittstelle: JA
Verdrängung von Software: NEIN. Das ist keine ernsthafte Konkurrenz im Privatkundengeschäft. Der Anteil der Softwarenutzer ist viel zu gering als über Verdrängung nachdenken zu müssen.

Es hat sich einfach gezeigt, dass nur das gänzlich kostenfreie Banking im Browser massentauglich ist. Und da es ohnehin nicht sehr viele Gründe für die Nutzung einer Software gibt ist das halt auch nicht die Zielgruppe.

croconmedia

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Re: versuchen die Banken HBCI zu verdrängen?

 ·  Gepostet: 29.08.2011 - 17:37 Uhr  ·  #77829
Anschliessend sei noch hinzuzufügen zu der Überschriftsfrage, versuchen Banken HBCI zu verdrängen. Wenn es so sein sollte, dann nur um mit aller Gewalt das mTan,smsTan Verfahren zu etablieren.

Erinnert irgendwie an den Wandel von BTX zu T-Online bzw. BTX/T-Online später zu HBCI.

Während ich aber das Hinzuziehen eines Mobiltelefons / Smartphones zum elektronischen Zahlungsverkehr eher mit einem kritischen Auge betrachte.

Da wird die Zeit zeigen, ob es eine gute Entscheidung gewesen ist oder doch eher nicht.