Der unheimliche Tod von monyplex

... wie mag es wohl den oder dem Entwickler gehen?

Holger Fischer

Betreff:

Re: Der unheimliche Tod von monyplex

 ·  Gepostet: 11.09.2025 - 15:40 Uhr  ·  #179182
Zitat geschrieben von hibiscus

Das ist mir schon klar. Das Problem bei FinTS ist aber, dass der Markt so klein und die (verbliebenen) Teilnehmer so wenige sind. Wenn in 2 Jahren nur noch 2-3 Anbieter von Bankingsoftware übrig sind, macht es auch für die Banken keinen Sinn mehr, den Aufwand mit den FinTS-Servern zu treiben.

Der Markt an FinTS Software ist erheblich größer geworden. So viele Anwendungen wie derzeit haben sich vor 15 Jahren noch nicht auf den FinTS Rechnern bei den Banken getummelt.

Zitat geschrieben von Stefan193

Ich fürchte, dass das den Banken gerade recht kommen würde. Und sie müssten es nicht mal zugeben. "Leider leider ist das wieder mal die "böse" EU .... " wird man hören. Und wieder die Leier mit den "Kosten" für die FINTS-Mechanik daherlügen. Dabei sacken aktuell gerade die deutschen Banken aus dem Bodensatz wieder ansehnlich Geld ein aus den Zentralbankanlagen. Geben sie nur nicht gerne zu. Würden sie sich manche bescheuerte Werbung sparen, auf die eh kaum einer schaut, wäre schon viel Geld gespart.

Ich versuche das mal sachlich zu formulieren: Ziemlicher Unsinn gebündelt mit ganz wenig Ahnung und groben Pauschalierungen.

Ansonsten : So schnell wird FinTS nicht sterben. Dazu sind auf FinTS viel zu viele kleinere und mittlere Firmenkunden unterwegs, die die breite Palette der Möglichkeiten nutzen.
Wenn ich eine Prognose stellen müsste:
EBICS wird sich zwangsweise einem Echtzeitprotokoll wie FinTS nähern, wenn das mal der Fall ist, wird FinTS überführt, oder beide Protokolle in einen neuen Standard einhergehen. Und bis das soweit ist, steht das Schild Rente schon in Sichtweite

hibiscus

Betreff:

Re: Der unheimliche Tod von monyplex

 ·  Gepostet: 11.09.2025 - 15:49 Uhr  ·  #179183
Dein Wort in Gottes Ohr ;)
Es wäre schade um FinTS.

PS: Es kann aber nicht sein, dass das auf den Bankservern nur wegen der seit ein paar Jahren geltenden Registrierungspflicht der Clients so aussieht? Vielleicht sind es auch Integrationen in anderen Anwendungen (Buchhaltung, Warenwirtschaft, ERP,...). Bei den klassischen Desktop-Banking-Programmen habe ich jedenfalls den Eindruck, dass das immer weniger werden.

Stefan193

Betreff:

Re: Der unheimliche Tod von monyplex

 ·  Gepostet: 11.09.2025 - 19:23 Uhr  ·  #179190
Zitat geschrieben von Holger Fischer

...
Zitat geschrieben von Stefan193

Ich fürchte, dass das den Banken gerade recht kommen würde. Und sie müssten es nicht mal zugeben. "Leider leider ist das wieder mal die "böse" EU .... " wird man hören. Und wieder die Leier mit den "Kosten" für die FINTS-Mechanik daherlügen. Dabei sacken aktuell gerade die deutschen Banken aus dem Bodensatz wieder ansehnlich Geld ein aus den Zentralbankanlagen. Geben sie nur nicht gerne zu. Würden sie sich manche bescheuerte Werbung sparen, auf die eh kaum einer schaut, wäre schon viel Geld gespart.

Ich versuche das mal sachlich zu formulieren: Ziemlicher Unsinn gebündelt mit ganz wenig Ahnung und groben Pauschalierungen.
....

Nicht alles was man selber nicht kennt, ist gleich "Unsinn".

Grob komprimiert ist es und auch emotional zugespitzt, weil mich die Finanzbranche in vielen Facetten inzwischen ank.... , aber ein immer noch recht aktuelles Insight u.a. aus einer der größten deutschen Bankengruppen. Ich arbeite(te) dort etliche Jahre (zuletzt in Compliance, das gab meiner latenten Abneigung den Rest).

Wo der Weg mit FinTS wirklich hinführt, kann man nicht voraussagen. Wo ich mitgehe ist, dass hoffentlich die schiere Masse an kleinen Firmenkunden das Überleben einer "FinTS-ähnlichen Mechanik" sichert, denn diese kleinen Firmenkunden bringen viel Ertrag grade bei den "Roten" und den "Blau-Orangen". Weil sie groß genug, aber nicht zu groß sind. Und weil pures Browserbanking für die nix taugt. Und weil sie viel in RW-Software samt Prozessgestaltungen investiert haben und dies ungern abschreiben. Die erste Bank, die den Faden abschneidet, riskiert dann, den Geldfluss dieses Kunden über dieses Konto zu verlieren und sei es nur, dass dieses Konto nicht mehr auf dem Briefpapier genannt wird bzw den entsprechenden elektronischen Templates der jeweiligen Wirtschaftssysteme.

Aus meiner unmaßgeblichen Sicht hängt es auch davon ab, zu was die Beratungsfirmen im Entscheidungsprozess letztlich den Vorständen der Finanzmutterkonzerne raten, die die Zielarchitekturen der IT-Systeme zu entscheiden haben, welcher Hersteller welcher Technologie mit wem wie verbandelt ist, wo der Entscheidungsweg Konzernintern vorbeiführt und wer zuletzt die besten Charts pinselt.

Es wäre auch nicht das erste Mal, dass aktuelle oder ehemalige Mit/In-/Teil-haber oder denen nahestehende Personen von "Beratungs"firmen selbst Karten in Form von Anteilen an (Dritt)firmen im Spiel haben. Öffentlich wird so was so gut wie nie und wenn, dann nur kurz in Branchennachrichten und man schaut, dass man das geräuschlos "abbiegt".

Die technische beste Lösung setzt sich nur zufällig vielleicht mal durch. Da sind schon sehr ausgereifte und technisch weit entwickelte System eingestampft worden, nur weil "der heißeste Scheiß" grade in der Branche gehypt und entsprechend beraten wurde. Davor ist auch diese Branche nicht gefeit.

Kein Top-Management fällt Entscheidungen selbst, man lässt sich "beraten" und eine Entscheidung empfehlen, vor allem extern. Niemals wird ans Top Management eine Entscheidungsvorlage gegeben, die mehrere Varianten von "etwas" mit allen Vor- und Nachteilen gegenüberstellt ohne dass eine ganz konkrete Empfehlung dort drin stehen muss.
Logischerweise kann man selbst nicht alles wissen, klar. Hat aber einen schönen Nebeneffekt. "Geht's gut, fragt niemand weiter nach; geht's schief, war man halt schlecht beraten ... geht's öfter schief, wechselt man die Berater aus. Sind die extern, kommt man geräuschlos weiter."

Bevor Mythen aufkommen: Dieses Bonmot hab ich persönlich von einer langjährigen V/F1 Führungskraft gehört. Da war's allerdings schon spät am Abend ...

Viele Grüße
Stefan

mpf4thg

Betreff:

Re: Der unheimliche Tod von monyplex

 ·  Gepostet: 11.09.2025 - 19:59 Uhr  ·  #179191
Hallo Hibiscus,

Zitat geschrieben von hibiscus

Lies mal bitte die bereits verlinkte offizielle VoP-Spec. Es ist schwere Kost. Das beantwortet aber die meisten Fragen. Allen anderen Entwicklern liegen auch nur diese Infos vor. Es ist nicht so, dass andere hier eine verständlichere Dokumentation vorliegen haben.

habe ich mir schon angeschaut, "schwere Kost" ist nett umschrieben, wenn man in dem Thema nicht drin ist, versteht man wenig.

Ich hoffte natürlich, dass es jemanden gibt, der das schonmal "vorgekaut" hat und mir ein bisschen Hilfestellung geben kann, um wenigstens ein paar Steine aus dem Weg zu räumen und nicht bei 0 anfangen zu müssen.

Viele Grüße thg

mpf4thg

Betreff:

Re: Der unheimliche Tod von monyplex

 ·  Gepostet: 11.09.2025 - 20:19 Uhr  ·  #179192
Moin Andreas,

erstmal vielen Dank für die Antwort!

Zitat geschrieben von subsembly
das hört sich aus meiner Sicht doch ziemlich naiv an. VoP kann man nicht so nebenbei implementieren. Wir haben mit der Umsetzung im April 2025 gestartet und haben erst vorgestern einen öffentlichen Release mit VoP Unterstützung rausgebracht.

von meiner Seite ist das sicher sehr naiv, kann ja alles nicht so schwer sein, aber ich habe eben auch keine Ahnung.

Zitat
Da hängt so sehr viel mehr dran, als man denken möchte. Dir ist schon klar, dass ohne VoP Unterstützung ab dem 09.10.2025 bei *keiner* einzigen Bank mehr eine Überweisung, und zwar egal ob Einzel/Echtzeit/Sammler/Terminiert/Dauerauftrag mehr möglich sein wird. Jede alte Software wird dadurch zum Read-Only Client.

Das ist bekannt, leider, aber natürlich hoffen wir, das in endlicher Zeit noch hinzubekommen, es glaubt allerdings auch niemand, dass dies bis Mitte Oktober implementiert sein wird.

Ich persönlich werde dann vorerst nur noch Kontoauszüge über MoneyPlex abrufen und den Rest über den Webbrowser machen, so bleibt zumindest der Datenstand aktuell. Ich werde auf jeden Fall offen kommunizieren, wenn's keine Aussicht auf Erfolg hat, aber dafür ist's noch viel zu früh, immerhin ist der Entwickler wirklich fähig und kennt sich ziemlich gut aus.
Reicht leider manchmal alleine nicht aus :-(

Zitat
Nicht zu vergessen, wenn man im Client hier einen Fehler macht und evtl. eine Überweisung einfach durchwinkt, ohne, dass der Anwender dies explizit gewünscht hat, ist man ganz schnell in der Haftung. Fehlüberweisungen, egal ob betrügerisch oder einfach unachtsamkeit, müssten dann durch Matrica ersetzt werden. Hier sollte man sich lieber zu 100% sicher sein, dass das alles klappt und beweissicher nachvollziehbar ist.

Ich persönlich habe da bislang kaum Einblicke gehabt, nicht ausgeschlossen, dass sich das ändert und ich mehr Zeit investieren werde. Aber ich vermute, dass dies vorher ausführlich getestet werden kann, gibt ja vielleicht sowas wie "Test-Konten" - muss ich mal bei Gelegenheit nachfragen.

Ein paar Gedanken dazu hatte ich ja bereits formuliert die sich mir persönlich aus der Spec nicht erklärt haben, vielleicht hat dazu ja jemand noch eine Idee.

Zitat
Ach ja, neben VoP gibt es auch neue Geschäftsvorfälle für Echtzeit-Terminüberweisungen, Echtzeit-Daueraufträge und der Abruf per HKKAZ/MT-940 wird auch eingestellt.

Muss man die neuen Geschäftsvorfälle denn zwingend unterstützen, bzw. kann man das nicht irgendwann nachreichen?

Was bedeutet es, wenn der "Abruf per HKKAZ/MT-940" eingestellt wird, welche Funktionalität geht da verloren?


Vielen Dank für die Mühe, viele Grüße thg

Jonas.Corny

Betreff:

Re: Der unheimliche Tod von monyplex

 ·  Gepostet: 12.09.2025 - 05:49 Uhr  ·  #179199
Zitat geschrieben von mpf4thg

Ich hoffte natürlich, dass es jemanden gibt, der das schonmal "vorgekaut" hat und mir ein bisschen Hilfestellung geben kann, um wenigstens ein paar Steine aus dem Weg zu räumen und nicht bei 0 anfangen zu müssen.

Du suchst also jemanden, der für dich die Arbeit macht und das vorkaut? Ok, spannende Herangehensweise. 😅

Vielleicht hilft es ja, wenn du dir mal anschaust, wie das die Entwickler von Banking4 machen?
https://medium.com/@subsembly/…b5c0d37a28

Oder schau dir doch einfach mal an, wie Herr Willuhn das mit Hibiscus macht, er arbeitet ja auch gerade fleißig an VoP:
https://github.com/hbci4j/hbci4java/commits/master/

Der Code ist verständich geschrieben und an Hand der zahlreichen Kommentare (z.B. hier: https://github.com/hbci4j/hbci…java#L1054) kann man auch schön den ganzen Hirnschmalz sehen, den er da reinsteckt 👍 und davon auch sehr viel lernen...

Zitat geschrieben von mpf4thg

Was bedeutet es, wenn der "Abruf per HKKAZ/MT-940" eingestellt wird, welche Funktionalität geht da verloren?

  • MT-940 / MT-942 sind klassische Formate zur Übermittlung von Kontoumsätzen und Vormerkposten. MT-940 liefert gebuchte Umsätze (Kontoinformationen), MT-942 untertägige oder noch nicht gebuchte Posten (Vormerkposten).
  • camt-Formate sind XML‐basiert, moderner, strukturierter und bieten meist mehr Informationen (z. B. bessere Standardisierung, eindeutige Felder, eventuell sauberere Auswertbarkeit).
  • HKKAZ ist der FinTS/HBCI Geschäftsvorfall für den Abruf der Kontoumsätze im MT-940 Format. Wenn dieser Geschäftsvorfall nicht mehr angeboten wird, heißt das, du kannst künftig nicht mehr über FinTS/HBCI den Umsatzabruf im MT-940 Format machen. Stattdessen müsste man auf camt wechseln.
  • Nach meinen Informationen wird der Abruf per MT-940 / MT-942 im November 2025 eingestellt.


Es gibt verschiedene camt-Formate, z.B.:
  • camt.053 = Tagesauszug gebuchter Umsätze (wie MT940)
  • camt.052 = untertägige Umsätze (wie MT942)


und auch Versionen:
  • Version 02 (Altformat, bis Oktober 2025)
  • Version 08 (Neuformat)


Wenn du dich näher in das Thema einarbeiten möchtest, am besten einfach mal die Suchmaschine deines Vertrauens befragen.

Wie man Umsätze im camt-Format abruft, kannst du im moneyplex-Wiki nachlesen:
https://www.matrica.de/wiki/in…at_abrufen

infoman

Betreff:

Re: Der unheimliche Tod von monyplex

 ·  Gepostet: 12.09.2025 - 08:25 Uhr  ·  #179201
Zitat geschrieben von Jonas.Corny
Du suchst also jemanden, der für dich die Arbeit macht und das vorkaut? Ok, spannende Herangehensweise. 😅
damit ist es ja aber noch nicht vermittelt/umgesetzt

des weiteren wurde an der einen oder anderen Stelle ja auch bereits auf nachstehendes hingewiesen:
Zitat
Gesetz für EU-weite Produkthaftung: Hersteller von Hard- und Software haften für Fehler
Hersteller von Hard- und Software haften EU-weit für Fehler in ihren Produkten. Das ist ein Novum. Quelle - Golem

Zitat
Ein wichtiger Punkt: Auch Schäden, die durch fehlerhafte Software und Updates sowie durch KI-Systeme entstehen, sollen generell in die Produkthaftung einbezogen werden.
Ausgenommen hiervon ist demnach Open-Source-Software, "die außerhalb einer Geschäftstätigkeit entwickelt oder bereitgestellt wird". Quelle - Beck

mpf4thg

Betreff:

Re: Der unheimliche Tod von monyplex

 ·  Gepostet: 12.09.2025 - 09:54 Uhr  ·  #179203
Moin Jonas,

erstmal vielen lieben Dank für die Antworten!

Zitat geschrieben von Jonas.Corny

Du suchst also jemanden, der für dich die Arbeit macht und das vorkaut? Ok, spannende Herangehensweise. 😅

ich würde eher formulieren "wer sich die Arbeit schon gemacht und das bereits vorgekaut hat", warum soll man das Rad zweimal erfinden :-)

Aber im Ernst, ich mache das auch nur so nebenbei, hab' im Moment uneigentlich zu viel zu tun aber möchte trotzdem, v.a. aus persönlichen Gründen, weiterhelfen so gut es geht. Und weil ich mich mit Banking im Hintergrund nicht auskenne, brauche ich erstmal einen Einstieg, die zuvor gepostete FinTS-Spec ist dafür eher weniger geeignet.

Zitat
Vielleicht hilft es ja, wenn du dir mal anschaust, wie das die Entwickler von Banking4 machen?
https://medium.com/@subsembly/…b5c0d37a28

Das ist mal ein guter Einstieg, habe ich noch nicht gefunden.

Zitat
Oder schau dir doch einfach mal an, wie Herr Willuhn das mit Hibiscus macht, er arbeitet ja auch gerade fleißig an VoP:
https://github.com/hbci4j/hbci4java/commits/master/

Hat er ja schon angedeutet :D

Zitat
Der Code ist verständich geschrieben und an Hand der zahlreichen Kommentare (z.B. hier: https://github.com/hbci4j/hbci…java#L1054) kann man auch schön den ganzen Hirnschmalz sehen, den er da reinsteckt 👍 und davon auch sehr viel lernen...

Ja, die Kommentare sind schon echt Klasse, kann man sich wirklich eine Scheibe von abschneiden.

Zitat

... Wenn dieser Geschäftsvorfall nicht mehr angeboten wird, heißt das, du kannst künftig nicht mehr über FinTS/HBCI den Umsatzabruf im MT-940 Format machen. Stattdessen müsste man auf camt wechseln.
[*]Nach meinen Informationen wird der Abruf per MT-940 / MT-942 im November 2025 eingestellt.
...
Wie man Umsätze im camt-Format abruft, kannst du im moneyplex-Wiki nachlesen:
https://www.matrica.de/wiki/in…at_abrufen

Das wäre natürlich weniger schick, aber offenbar kann MoneyPlex das ja bereits und man könnte das ganze MT940-Geraffel rauswerfen. Frage ich mal genauer nach, vielen Dank für die geduldige und ausführliche Antwort!


Viele Grüße thg

hibiscus

Betreff:

Re: Der unheimliche Tod von monyplex

 ·  Gepostet: 12.09.2025 - 10:19 Uhr  ·  #179205
Zitat geschrieben von mpf4thg

... hab' im Moment uneigentlich zu viel zu tun ... Und weil ich mich mit Banking im Hintergrund nicht auskenne, brauche ich erstmal einen Einstieg....


Deine Motivation in allen Ehren. FinTS ist aber nichts, wo man sich mal eben so nebenbei einarbeitet. Ich kann dir zusichern, dass du das Thema VoP nicht lösen können wirst.

Dafür ist FinTS und VoP einfach zu komplex. Im Laufe der Jahre hatten hier immer mal User nach einem schnellen Einstieg in FinTS gefragt. Den gibt es leider nicht. Du musst dich durch die FinTS 3-Spec unter https://www.fints.org/de/spezifikation arbeiten. Davon gibt es auch keine vereinfachte oder vorgekaute Version.

Jonas.Corny

Betreff:

Re: Der unheimliche Tod von monyplex

 ·  Gepostet: 12.09.2025 - 11:04 Uhr  ·  #179208
Zitat geschrieben von mpf4thg

hab' im Moment uneigentlich zu viel zu tun aber möchte trotzdem, v.a. aus persönlichen Gründen, weiterhelfen so gut es geht.

Wenn du helfen möchtest, wäre es dann nicht besser anstatt mit FinTS erstmal mit der Website oder dem E-Mail-Responder anzufangen?
Man könnte dort deutlich kommunizieren, dass das Produkt tot ist, es aktuell keinen Support und auch keine Lösung für VoP gibt und versucht wird, das Produkt wieder zum Leben zu erwecken. Ob und wann das passiert aber alles andere als Gewiss ist. Es handelt sich schließlich um ein kommerzielles Produkt, ein klares Statement ist überfällig.

mpf4thg

Betreff:

Re: Der unheimliche Tod von monyplex

 ·  Gepostet: 12.09.2025 - 12:35 Uhr  ·  #179217
Zitat geschrieben von Jonas.Corny
Es handelt sich schließlich um ein kommerzielles Produkt, ein klares Statement ist überfällig.

ich sehe das auch so, dass liegt aber nicht in meiner Verantwortung und ist auch nicht so einfach.

Zum Thema Support habe ich hier schon was geschrieben und als "tot" würde ich MoneyPlex aktuell nicht bezeichnen, vor kurzem habe ich ein neues Konto einer anderen Bank eingerichtet und das Programm tut bei mir nach wie vor einwandfrei.

Aber ja, es liegt viel Arbeit vor uns und die Zukunft ist keineswegs gesichert ...


Viele Grüße thg

Stefan193

Betreff:

Re: Der unheimliche Tod von monyplex

 ·  Gepostet: 15.09.2025 - 12:55 Uhr  ·  #179277
So schade es auch ist:

Leider kann es mit dem "tut einwandfrei" von jetzt auf gleich vorbei sein. Das ist das Wesen eines Defekts: "Grad ging's noch."

Nach meinen Infos gibt es eine weitere (?) Baustelle, die sogar beim puren Umsatzabruf mit MP hinderlich werden könnte. Die DK hat "ab Oktober" das "MT-Format" aufgekündigt und stellt den elektronischen ZV auf die ISO 20022 um. Die DKB hat da schon im ersten Halbjahr drüber informiert, die DK stellt hier diverse dicke Infos bereit

Im Grund geht es um die Umstellung der 02er- Version der CAMT Formate auf Version 08, also camt.05X.001.02 auf camt.05X.001.08.

Die ganzen Zahlungsinformationen sind davon betroffen, wenn ich das richtig einordne. Die DKB Info häng ich hier an sowie ein eine Info der Beratungsfirma payyxtron, die leicht über eine Websuche mit den Begriffen "unterschied camt.053.001.02 camt.053.001.08" aufzufinden ist. Ein dickes Handbuch der Hypovereinsbank (UniCredit) findet sich auch. Wenn es dort auch in vielen Seiten um die Parametrisierung von SAP-Backofficeanwendungen geht, stehen dort auch etliche grundlegende Infos drin.

Beste Grüße
Stefan
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LordCong

Betreff:

Re: Der unheimliche Tod von monyplex

 ·  Gepostet: 15.09.2025 - 16:25 Uhr  ·  #179284
Ich bin am Wochenende auf Banking4 umgestiegen, da zwei weitere meiner Banken umgestellt haben, die DKB zum 30.09. den alten FinTS Server abschaltet und dann mit Moneyplex quasi nichts mehr geht.

Jonas.Corny

Betreff:

Re: Der unheimliche Tod von monyplex

 ·  Gepostet: 15.09.2025 - 17:01 Uhr  ·  #179288
Zitat geschrieben von Stefan193

Nach meinen Infos gibt es eine weitere (?) Baustelle, die sogar beim puren Umsatzabruf mit MP hinderlich werden könnte.

Richtig, diesen Aspekt hatte ja subsembly schon hier ins Rennen geworfen:
forum/topic.php?p=179166#real179166

Zitat geschrieben von Stefan193

Im Grund geht es um die Umstellung der 02er- Version der CAMT Formate auf Version 08, also camt.05X.001.02 auf camt.05X.001.08.

...und wir hatten dann auch hier nochmal etwas weiter und auch über die Version 08 geschrieben:
forum/topic.php?p=179199#real179199

Zitat geschrieben von Stefan193

Leider kann es mit dem "tut einwandfrei" von jetzt auf gleich vorbei sein.

Und auch für DKB-Kunden wird es dann vermutlich ab 30.09.2025 schwierig mit dem Umsatzabruf:
forum/topic.php?p=179283#real179283

Zitat geschrieben von LordCong

Ich bin am Wochenende auf Banking4 umgestiegen

Eine sehr gute Entscheidung 👍

zeus-web

Betreff:

Re: Der unheimliche Tod von monyplex

 ·  Gepostet: 26.09.2025 - 15:58 Uhr  ·  #179554
Zitat geschrieben von subsembly

Wie gesagt, wir arbeiten seit April daran.

Andreas Selle
Subsembly GmbH


Hallo Andreas,

da Du hier mitliest, mal eine blöde Frage:
Gibt oder gab es vielleicht schon Überlegungen, Banking4 auch für Linux anzubieten?
Jetzt, wo sich der Bedarf nach einer möglichen Linux-Alternative für Moneyplex abzeichnet oder der immer größer wird, wäre doch ein guter Zeitpunkt.
So wie ich das sehe, alleine im hiesigen Forum stünden ein paar potentielle Kunden Schlange. Ob sich ein positives Aufwand/Nutzen -Verhältnis ergibt ist natürlich fraglich. Aber ggf. könnte man da ja auch eine Umfrage machen :-)

Ich wäre durchaus bereit, wieder Geld für eine Lizenz auszugeben. Leider war hier Matrica die einzige (halbwegs) brauchbare Anwendung für Linux. Meine Hoffnung auf Weiterentwicklung wurde aber in den letzten 10 Jahren nicht wirklich bedient, sodass ich eigentlich schon sehr lange erfolglos nach einer Alternative für eine unter Linux laufende Bankingsoftware suche und die letzten Updates eher Zähneknirschend bezahlt hatte (zuletzt sogar mit Upgrade auf Pro, damit ich exportieren kann...)

Leider bieten auch Hibiscus und kMyMoney nicht alle meine gewünschten Funktionen oder gefallen mir nicht so recht.
Mit einer Windows-VM oder Wine &Co will ich mich aber auch nicht wirklich rumärgern...

Also, wenn es mal eine Banking4L gibt, wäre ich wohl dabei :-)

Viele Grüße
Nico

Stefan193

Betreff:

Re: Der unheimliche Tod von monyplex

 ·  Gepostet: 27.09.2025 - 15:27 Uhr  ·  #179568
Hallo zusammen,
+1, noch einer hier der eine Lizenz Banking4L kaufen würde, weil er vom allerhöchstwahrscheinlichen Aus von mp betroffen ist. "Blöd" ist die Frage m.E. nicht. Einfach nur "nicht-wissen" ob das überhaupt realistisch wäre.
Hoffnung macht mir immerhin etwas, dass es eine Version für macOS gibt, da kann sich die Windows-Monokultur ja nicht völlig exzessiv in die Softwarestruktur niedergeschlagen haben ...

Beste Grüße
Stefan

P1I

Betreff:

Re: Der unheimliche Tod von monyplex

 ·  Gepostet: 27.09.2025 - 17:54 Uhr  ·  #179570
Ich schließe mich an.
Banking4W läuft bei mir mit Bottels zwar stabil, aber für eine native Linux Version würde ich auch eine neue Lizenz erwerben.

Viele Grüße

rascal

Betreff:

Re: Der unheimliche Tod von monyplex

 ·  Gepostet: 28.09.2025 - 14:02 Uhr  ·  #179578
wenn das hilft, schließe ich mich gerne an. Ich hab zwar keinen akuten Bedarf und B4W mit Wine läuft jetzt auch schon mal, aber mittelfristig würde ich doch gerne von macOS auf Linux mit einem nativen B4L umsteigen

DerJenrik

Betreff:

Re: Der unheimliche Tod von monyplex

 ·  Gepostet: 29.09.2025 - 23:49 Uhr  ·  #179628
Zitat geschrieben von Stefan193

Hoffnung macht mir immerhin etwas, dass es eine Version für macOS gibt, da kann sich die Windows-Monokultur ja nicht völlig exzessiv in die Softwarestruktur niedergeschlagen haben ...

Die Version für MacOS gibt es seit über 10 Jahren, also arg viel Hoffnung würde ich mir da nicht machen.

Zitat geschrieben von zeus-web

Gibt oder gab es vielleicht schon Überlegungen, Banking4 auch für Linux anzubieten?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass das kommen wird. Wenn der Hersteller daran Interesse hätte, wäre doch jetzt der beste Zeitpunkt gewesen, um das zu machen - zusammen mit VoP und camt.08. Und dass viele Moneyplex-User eine neue Heimat suchen müssen, war ja bereits seit vielen Monaten absehbar.

Der Support-Aufwand für Linux ist deutlich höher, als für Windows. Da muss man sich ja nur mal hier in den Hibiscus-Threads umschauen. Viele Anwender sind mit Linux einfach völlig überfordert, ohne es zu merken. Da werden uralte Java-Versionen, oder uralte Pakete aus LTS-Distributionen verwendet und die wundern sich dann ernsthaft, wenn irgendwas nicht geht.
Hinzu kommen die vielen unterschiedlichen Distributionen und auch Desktopmanager, für die dann getestet und Support geleistet werden muss.

Ich spreche natürlich nicht für den Hersteller, das ist nur meine Meinung bzw. der Blick in meine ganz persönliche Kristallkugel 🔮🔮🔮 (die üblicherweise ganz gut funktioniert).

P1I

Betreff:

Re: Der unheimliche Tod von monyplex

 ·  Gepostet: 30.09.2025 - 14:45 Uhr  ·  #179641
Zitat geschrieben von DerJenrik

Der Support-Aufwand für Linux ist deutlich höher, als für Windows.

Ich denke die Probleme die einige User drüben mit Hibiscus haben und auf die Du verweist sind in sofern ein Sonderfall, weil auch Hibiscus ja kein natives Linux Programm ist, sondern innerhalb von Jameica läuft.
Im Gegensatz zu z.B. Ubuntu ist Jameica in Windows schlicht nicht vorhanden und muss bei der Verwendung von Hibiscus mit installiert werden.

Sofern ein Hersteller sich auf die Bereitstellung eines .deb Pakets für Ubuntu beschränken oder sein Programm als Flatpak bereitstellen würde, ließe sich der Pflegeaufwand eingrenzen und ein Großteil der populären Desktop Distributionen wäre abgedeckt.
Ein Homebanking Programm muss sicher nicht unter dem letzten exotischen Arch Derivat laufen.

Dennoch hast Du (oder Deine Glaskugel :-) ) sicherlich recht.
Homebanking für Privatanwender ist einfach eine Nischen-Anwendung.
Aufgrund der zunehmenden "Cloudifizierung" und "Appifizierung" durch die Banken auch noch mit einer eher sinkenden Anwenderzahl.
Da wird man als Hersteller vermutlich keine Ressourcen in eine Software für ein Nischen-Betriebssystem investieren wollen.

Viele Grüße