Sind lokale Anwendungen mit Fido2-Lösungen sinnvoll abzusichern?

war (Feature-Vorschlag) Hibiscus-Login / Masterpasswort durch FIDO2 / webauthn absichern

 
Raimund Sichmann
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Re: Sind lokale Anwendungen mit Fido2-Lösungen sinnvoll abzusichern?

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Gepostet: 21.07.2020 - 19:05 Uhr  ·  #41
Es geht nicht um den Ersatz eines Passwortes, das versuche ich die ganze Zeit klar zu stellen. Das Passwort öffnet weiterhin die Software, es ist nur eine zusätzliche Legitimation, die auf einem nicht (! ) gehackten System die Anmeldung mit einem simpelst ausgespähten Passwort und eben ohne Fido-Legi verhindern kann. Es geht mir hier rein um die User. Die Anwendung fragt nach einem Passwort und öffnet die Fido-Abfrage. Anhand der Fido-Anmeldung wird der passende User freigeschaltet, das ermöglicht dann die weitere Nutzung, das Passwort wird verwendet. Um diese Stufe zu nehmen, muss ein Angreifer das Programm manipulieren können, was er aber auch mit einem reinen Passwortschutz min. genauso einfach könnte.
Genau hier liegt der Unterschied: Manipulieren muss ein Angreifer das können, Ausspähen reicht nicht.

Ich bestreite nicht, dass man das mit jeder anderen Wechsel-Hardware oder z.B. Bluetooth genauso lösen könnte. Fido bietet sich nur hier als chance an, sofern es hier etwas aufwandslos (!) zu integrierendes gibt und weil auch die preiswerten Sticks weitere Funktionen zusätzlich zu Fido2 lernen und immer mehr Verbreitung finden, so dass die viel interessantere Kryptoverschlüsselung womöglich irgendwann darüber ebenfalls erfolgen kann.
hibiscus
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Re: Sind lokale Anwendungen mit Fido2-Lösungen sinnvoll abzusichern?

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Gepostet: 21.07.2020 - 20:08 Uhr  ·  #42
Wenn das Ding keine Verschlüsselung kann, bringt es hinsichtlich der Sicherheit keinen Mehrwert. Und ich möchte nicht irgendwas einbauen, womit sich die Anwendung nur sicherer anfühlt aber nicht sicherer ist. Denn ich möchte keinen Artikel bei Golem oder Heise lesen, in dem das in der Luft zerrissen wird. Und ich dann mit den Schultern zucke und sage: Ja, ich weiss, dass es keinen Mehrwert bringt, aber es sieht schick aus.
Raimund Sichmann
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Gepostet: 21.07.2020 - 23:07 Uhr  ·  #43
Verständlich und man müsste das vermutlich auch erklären. Es würde aber ein Stückchen mehr Anwendungssicherheit bringen. Eine latente Gefahr bei reinen Passwort-geschützten ZV-Programmen wäre ja immerhin, dass jemand Buchungen einbringt oder ändert, die dann unbemerkt übertragen werden. Klingt konstruiert, aber wir hatten vor einigen Jahren genau so einen Fall.
infoman
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Re: Sind lokale Anwendungen mit Fido2-Lösungen sinnvoll abzusichern?

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Gepostet: 22.07.2020 - 06:14 Uhr  ·  #44
warst aber nicht du derjenige, der wie Olaf argumentiert hatte in Sachen SSL.
(ich weiß es ist nicht 1:1 gleich, aber doch vergleichbar)
hibiscus
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Re: Sind lokale Anwendungen mit Fido2-Lösungen sinnvoll abzusichern?

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Gepostet: 22.07.2020 - 08:05 Uhr  ·  #45
Raimund, das Thema ist derzeit technisch schlicht nicht lösbar. Ich weiss nicht, was wir hier immer noch diskutieren. Ich kann auch kein Auto fliegen lassen, indem ich die Aussenspiegel anklappe.
Holger Fischer
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Gepostet: 22.07.2020 - 08:55 Uhr  ·  #46
Zitat geschrieben von hibiscus

Raimund, das Thema ist derzeit technisch schlicht nicht lösbar. Ich weiss nicht, was wir hier immer noch diskutieren. Ich kann auch kein Auto fliegen lassen, indem ich die Aussenspiegel anklappe.

Du erinnerst Dich an meinen Kommentar, dass man bei dem Thema seine Vorstellungen im Kopf umparken muss? So sehr ich Raimund schätze, ich habe exakt mit dem Verlauf der Diskussion gerechnet. Führe ich in der Form auch immer wieder. ;-)

Ich ignoriere dann irgendwann das Thema und Raimund, da das sonst zu eienr unendlichen Story wird und man irgendwann auch einen dicken Hals bekommt. Ist zwar schlechter Stil, aber besser, als wenn die Wertschätzung durch weitere Diskussionen im Kreis verloren geht.
Raimund Sichmann
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Re: Sind lokale Anwendungen mit Fido2-Lösungen sinnvoll abzusichern?

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Gepostet: 23.07.2020 - 09:23 Uhr  ·  #47
Oha, jetzt ist es persönlich? Was hab ich euch getan?
hibiscus
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Re: Sind lokale Anwendungen mit Fido2-Lösungen sinnvoll abzusichern?

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Gepostet: 23.07.2020 - 09:36 Uhr  ·  #48
Um Gottes Willen, hier soll nichts persönlich werden.

Zurück zum Thema: Es gibt genau zwei Bedingungen, die nötig sind, damit ein Token das tun kann, wovon wir hier reden: Er muss als HSM genutzt werden können und es muss (zumindest für Hibiscus) eine Java-API dafür geben. Glaubst du mir als Software-Entwickler, wenn ich sage, dass diese Anforderungen nicht erfüllt sind und ein solcher Token daher technisch bedingt nicht das leisten kann, was hier diskutiert wird?
Holger Fischer
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Re: Sind lokale Anwendungen mit Fido2-Lösungen sinnvoll abzusichern?

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Gepostet: 23.07.2020 - 10:01 Uhr  ·  #49
Zitat geschrieben von Raimund Sichmann

Oha, jetzt ist es persönlich? Was hab ich euch getan?

Nein, aber aus den Erfahrungen aus ähnlichen Kreisdiskussionen mit Dir kann ich sagen, dass man manchmal besser die Diskussion einfach beendet, bevor man Gefahr läuft, das es persönlich werden könnte.
Raimund Sichmann
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Re: Sind lokale Anwendungen mit Fido2-Lösungen sinnvoll abzusichern?

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Gepostet: 23.07.2020 - 15:30 Uhr  ·  #50
Zitat geschrieben von hibiscus
Zurück zum Thema: Es gibt genau zwei Bedingungen, die nötig sind, damit ein Token das tun kann, wovon wir hier reden: Er muss als HSM genutzt werden können und es muss (zumindest für Hibiscus) eine Java-API dafür geben. Glaubst du mir als Software-Entwickler, wenn ich sage, dass diese Anforderungen nicht erfüllt sind und ein solcher Token daher technisch bedingt nicht das leisten kann, was hier diskutiert wird?
ich glaub, dass dies dein legitimer Anspruch als Entwickler ist, damit eine Hardwareanmeldung eine 100 Prozentlösung in der Sicherheitsfrage ist und kann das völlig verstehen. Es geht vermutlich gegen deine Entwicklerehre, eine 90%-Lösung überhaupt zu denken. Du/ihr redet davon, ich will aber nicht so hoch hinaus, a) weil ich es eh nicht ohne fertige quelloffene Bibliotheken nicht kriegen kann und b) glaube ich aber auch, dass die meisten "realen Fälle" gar nicht diese Dimension haben.

Mein Blickwinkel und meine Frage an das Thema "Anmeldung" ist ein anderer, viel einfacher gedacht:
Ich betrachte dieses Thema hier rein als relativer dummer Noob mit "krimineller Energie". Das hat mir jedenfalls mal ein lieber exKollege unterstellt. Was muss ich persönlich tun, um in ein Programm reinzukommen, wie einfach macht es mir eine Software?

Beispiele:
Man konnte mal ein ZV-Programm freischalten, indem du die Passwort-Datenbank einfach umbenannt hast. Das Programm hat dir dann die Passwortvergabe neu angeboten, du vergibst dein PW und du warst "drin". Zum Schluss hast du die Protokolle zurückkopiert und die Datei, das war fast spurenlos. Ein anderes Programm hatte eine offene Datenbank, du hast dir einfach die Passwort-Einträge aus deiner eigenen Test-Installation über die Zwischenablage dort einkopiert.
Genauso gab/gibt es Programme, deren Admin-User du zurücksetzen (lassen) kannst oder bei denen du eine Diskette als Legitimationsmedium für den Admin einsetzen konntest.
Es wäre auch von mir als Laien noch einigermaßen machbar, eine Passwortabfrage zu simulieren, um an ein Passwort zu kommen, geschweige denn von einer Kamera, die ich ins Büro stellen würde.

Was ich aber nicht ohne fremde Hilfe könnte, wäre eine Codeänderung eines Programms herbeizuführen, das intern eine Hardwarebindung für die Anmeldung hat. Dass für quelloffene Programme die Maniplations-Hürde hier um einiges einfacher ist, ist mir dabei auch klar, ich würde es aber auch für Hibiscus erstmal nicht schaffen, dazu müsste ich andere Leute fragen.

Ich bin aber - bisher - weiterhin überzeugt davon, dass es grundsätzlich technisch möglich ist, in Programmen über einen Fido2-Stick oder mit einer anderen Hardwarebindung (immer mit Passwort) eine Anmeldung zu ermöglichen, die sicherer ist als die Anmeldung allein nur per Passwort. Selbst wenn ich auf einen simplen USB-Stick (oder Diskette) auslese, auf dem eine Datei mit Seriennummer liegt, wäre es meiner Meinung nach auch schon eine kleine Verbesserung. Es fallen dann einige der primitiven Einbruchsmöglichkeiten weg.
Darüber hinaus ist die Absicherung des Rechners bzw. Betriebssystems weiterhin wichtiger und ich würde mir auch wünschen, dass Fido2 im Web und Browser-Banking sich durchsetzt.

Natürlich ist richtig: "so eine blöde Abfrage ist aber dann aber kein fido2"... das ist mir klar, ich kenne aber keinen Namen dafür und ich meine, es wäre schon mal besser als nichts. Eine Schlüsselabfrage von einem fido2-gesichertem separaten File-Server könnte dann ja auch immer noch eingebaut werden. Vieles wäre denkbar, gäbe es denn schlüsselfertige Lösungen.

Bin ich damit verständlicher geworden? Ich hoffe es sehr, weil wir offensichtlich nicht das gleiche meinten und ich mich aktuell hier echt missverstanden fühle.
B.N.
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Re: Sind lokale Anwendungen mit Fido2-Lösungen sinnvoll abzusichern?

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Gepostet: 24.07.2020 - 02:36 Uhr  ·  #51
Zitat geschrieben von Raimund Sichmann

Mein Blickwinkel und meine Frage an das Thema "Anmeldung" ist ein anderer, viel einfacher gedacht:
Ich betrachte dieses Thema hier rein als relativer dummer Noob mit "krimineller Energie". Das hat mir jedenfalls mal ein lieber exKollege unterstellt. Was muss ich persönlich tun, um in ein Programm reinzukommen, wie einfach macht es mir eine Software?


Wenn du kriminelle Energie hast, würdest du gar nicht so weit denken sondern nen einfacheren Weg wählen. So lang wir hier nicht von dem Konto mit den "verschwundenen" 2 Milliarden Wirecard Geldern reden, würde ich als Angreifer das Opfer einfach erstmal anrufen und mal gucken ob er nicht einfach so überweist oder mir seinen Rechner überlässt. Und wenn nicht, dann rufe ich das nächste Opfer an. Und selbst wenn der einen Fido Stick benutzt und selbst wenn das verschlüsselt wäre, ist es mir trotzdem Banane sobald er das selber entsperrt. Ist dasselbe wie mit Keepass und Co. Es ist deshalb sicher, weil nur Nerds das verwenden. Würde man breit gestreut anfangen Viren zu verteilen welche direkt diese Passwort Tools angreifen, hätten wir ein dickes Problem. Weil die dann einfach warten, bis die Software per Passwort aufgemacht wurde, dann auslesen und dann alle Passwörter haben.

Fido soll einfach verhindern das jemand nur mit deinen Passwörtern irgendwo im Inernet Zugriff bekommt. Sobald ein Trojaner dein System befallen haben sollte, ist es doch eh vorbei mit der Sicherheit. In sofern erschließt sich mir der Sinn nicht, damit eine lokale Anwendung abzusichern.

Was hindert eigentlich einen Trojaner daran, einfach zu warten bis du dann deine lokale Anwendung selber mit Fido entschlüsselt haben solltest?

Ich bahaupte einfach mal: Jemand der ernsthaft sein System so absichert, ist sowieso nicht das Opfer potenzieller Angreifer. Weil dafür gibt es genug Opfer bei denen man leichter an das Geld kommt.

Btw. wenn ich 2 Milliarden Wirecard Gelder hätte würde ich nicht mein Hibiscus verschlüsseln sofern ich das verwenden würde, sondern gleich die komplette Festplatte. ;)
Raimund Sichmann
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Re: Sind lokale Anwendungen mit Fido2-Lösungen sinnvoll abzusichern?

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Gepostet: 24.07.2020 - 09:35 Uhr  ·  #52
völlig richtig, aber es geht mir bei de Betrachtung eben nicht um Schadprogramme oder externe Angriffe, also dem großen Ding, sondern um die simple Abwehr von neugierigen Kollegen. Also dem, was man aus Kundengesprächen kennt. Eine andere simple Hardwarelösung wie ein Anmeldedongle mir hier genauso recht, sofern sie möglichst billig ist und einfach einzusetzen.
Bei kopierten Programmen durch Trojaner etc. muss imho die Banktechnik die Sicherheit durch 2FA gewährleisten, das ist aber was anderes. Und die Trojanerschäden, die mir im echten Leben untergekommen sind, wären durch Backups zu lösen gewesen, die haben nämlich die Datenbanken verschlüsselt.
hibiscus
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Re: Sind lokale Anwendungen mit Fido2-Lösungen sinnvoll abzusichern?

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Gepostet: 24.07.2020 - 09:49 Uhr  ·  #53
Ich geb's auf. Es geht nicht darum, dass mir eine 90%-Lösung nicht gut genug wäre. Es geht darum, dass es schlicht nicht geht. Jedenfalls nicht nach derzeitigem Stand.
Raimund Sichmann
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Re: Sind lokale Anwendungen mit Fido2-Lösungen sinnvoll abzusichern?

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Gepostet: 24.07.2020 - 18:22 Uhr  ·  #54
Das weiß ich auch, darum hab ich das Thema auch verschoben und umbenannt. Eine Insellösung wäre eh sinnlos und gerade für quelloffene Anwendungen wie Hibiscus wäre das darüber hinaus auch noch am wenigsten interessant. Solange es keine Bibliotheken gibt, die man einfach dafür einbinden könnte, wird das niemand umsetzen.
B.N.
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Gepostet: 24.07.2020 - 23:07 Uhr  ·  #55
Zitat geschrieben von Raimund Sichmann

völlig richtig, aber es geht mir bei de Betrachtung eben nicht um Schadprogramme oder externe Angriffe, also dem großen Ding, sondern um die simple Abwehr von neugierigen Kollegen. Also dem, was man aus Kundengesprächen kennt. Eine andere simple Hardwarelösung wie ein Anmeldedongle mir hier genauso recht, sofern sie möglichst billig ist und einfach einzusetzen.


Aber selbst dann verstehe ich den Sinn nicht. Sobald die Firma halbwegs größer ist, wird da eh niemand USB-Geräte an den Firmenrechnern zulassen. Aus sehr guten Grund natürlich. Das ist ja auch das Problem an Fido2, es ist einfach praxisfremd.
Raimund Sichmann
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Re: Sind lokale Anwendungen mit Fido2-Lösungen sinnvoll abzusichern?

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Gepostet: 25.07.2020 - 11:52 Uhr  ·  #56
Das generelle Sperren der Ports ist doch meines Wissens veraltet, da dann niemand mehr eine Maus anschließen könnte. Das würde ich für praxisfremd halten. Ist das bei euch so?
Aber wenn du sagst, du verstehst den Sinn nicht... Glaubst du denn nicht, dass ein zusätzlicher Anmeldefaktor für einige Anwendungen sinnvoll wäre? Ich bin bisher weiterhin davon überzeugt, dass dies so ist. Wenn es denn eine wirklich bequeme Möglichkeit gibt, würde ich neben meiner ZV-Software einige Anwendungen (zusätzlich zum Betriebssystem) sichern wollen, wie halt z.B. ein Passwort-Verwaltungsprogramm für Seiten, die kein fido2 einsetzen. Die Akzeptanz steigt mit der Einfachheit der Benutzung und die Verbreitung mit einem breiteren Angebot auch.
Linux lässt sich ja bekanntlich lokal über u2f sichern (nicht webauth), das eigentlich ausreichend wäre, wenn die Anwendung Verschlüsselungsdateien einsetzen würde (wie Hibiscus).
msa
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Re: Sind lokale Anwendungen mit Fido2-Lösungen sinnvoll abzusichern?

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Gepostet: 25.07.2020 - 13:50 Uhr  ·  #57
Einfach aber nicht wasserdicht ist folgendes Vorgehen, das ich praktiziere:

Ich benutze ein Passortprogramm und eine Datei-Verschlüsselungslösung (made in Germany). Alle ernsthaften Daten, die ich habe, werden auf dem verschlüsselten Laufwerk abgelegt, die daraus resultierenden verschlüsselten Daten werden über einen Cloud-Dienst zwischen insgesamt 3 Rechnern synchronisiert. So habe ich immer und überall den aktuellen Datenbestand zur Verfügung. Selbstverständlich sind auch alle Daten des Bankingprogrammes in dem verschlüsselten, synchronisierten Bereich. Ach ja, mit der App des Verschlüsselungsprogrammes kann ich auch vom Smartphone aus auf meine Datencloud zugreifen.

So weit so unspektakulär, aber: Sowohl das Passwortprogramm als auch die Verschlüsselungslösung benutzen für die Verschlüsselung einen Schlüssel, der in einer Schlüsseldatei abgelegt und mit einem Passwort verschlüsselt ist. Somit brauche ich zwei Faktoren, um auf mein Konstrukt zuzugreifen. Erstens die Schlüsseldatei und zweitens eine einzugebende Passphrase. Zuhause kann der jeweilige Rechner die Schlüsseldatei auf einer Freigabe im heimischen Netzwerk lesen - also kein zusätzlicher Aufwand. Unterwegs muss an den Notebook ein an meinem Schlüsselbund befindlicher usb-Stick angesteckt werden, von dem dann die Schlüsseldatei kommt. Das Passwort muss ich natürlich jedes Mal von Hand zusätzlich eingeben.

Effekt der Konstruktion: Sowie ein Rechner ausgeschaltet ist, ist "alles sicher". Wenn er kaputt geht und ich ihn z.B. zur Reparatur aus der Hand geben muss, kann damit nichts "angestellt" werden, da sowohl das Passwort als auch die Schlüsseldatei fehlen, da sie nicht auf dem Rechner vorhanden ist. Auch kann mir unterwegs ein Rechner "problemlos gestohlen" werden, denn der Dieb müßte zum Zugriff außer meinem Rechner auch den Schlüsselbund-usb-Datenträger mit der Schlüsseldatei und mein Passwort haben. Zuhause kann ich mir den zusätzlichen usb-Stick sparen, da die Datei da vom Netzwerk kommt - was ich aber im Fall des Falles jederzeit unterbinden kann. Wenn man auf das Passwort verzichten würde, dann gäbe das sogar eine Vollautomatik. Zuhause merkt man garnichts von der Verschlüsselungsöffnung - der Schlüssel kommt von der Netzwerkfreigabe und es öffnet sich automatisch und unterwegs müsste nur der Stick angesteckt werden und es öffnet sich automatisch. So könnte man das für "technisch unaffinere Menschen" gestalten.

Problematisch ist naürlich, dass die Schlüsseldatei von dem Stick jederzeit kopierbar ist, wenn jemand den Stick in die Finger bekommt. Das ist durch den Platz am Schlüsselbund bei mir so gut wie ausgeschlossen, aber ich bin mir der Problematik bewußt. Man könnte den Schlüssel noch auf einem Stick unterbringen, der eine Hardwareverschlüsselung besitzt, die nur duch Eingabe einer PIN mittels Tasten in dem Stick geöffnet werden kann. Aber da bliebe dann immer noch das Risiko des Trojanders auf dem Rechner. Aber das bleibt immer, wenn etwas lokal verschlüsselt wird. Der Schlüssel muss spätestens während des Entschlüsselns im Speicher vorhanden sein - und könnte da auch geklaut werden.

Aber ich meine, meine Lösung stellt vor dem, was man so tun kann, das Bestmögliche dar und ist sowohl was die Verwendung der Programme als auch Clouddienste betrifft sehr universell gestaltbar.
Raimund Sichmann
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Re: Sind lokale Anwendungen mit Fido2-Lösungen sinnvoll abzusichern?

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Gepostet: 26.07.2020 - 13:50 Uhr  ·  #58
Sieht mir nach einer guten Lösung aus, die man privat und in der eigenen Firma praktizieren kann. In diesem Fall wäre jede Absicherung auf Anwendungsebene auch obsolet.
Bei der Frage, ob man eher einer Hardware-Schlüssel-Lösung oder einer Datei-Lösung alles anvertrauen möchte: Hardware mag kopiersicherer sein, eine Datei ermöglicht aber auch einfachere, dazu kostenlose Backups und die komplette Kontrolle ohne Treiber. Auch ein Sicherheitsaspekt.
du schreibst: "(made in Germany).", ich bin neugierig. Nutzt du "steganos"?
Gruß
Raimund
msa
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Re: Sind lokale Anwendungen mit Fido2-Lösungen sinnvoll abzusichern?

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Gepostet: 26.07.2020 - 14:38 Uhr  ·  #59
Nein. Das hatte ich früher mal. Aktuell nutze ich Boycryptor. Gefällt mir besser. Nach meiner Linie muss es möglich sein, den Schlüssel/die Schlüsseldatei selbst bestimmt extern abzulegen. Das ist nicht bei allen einschlägigen Softwaren möglich.

Wenn man so etwas "im größeren Rahmen" praktizieren will (mehr Nutzer, Zusammenarbeit), dann geht das mit Boxcryptor auch. Dabei werden dann die (verschlüsselten!) Schlüssel auf einem Boxcryptor-Server gelagert. Damit ist dann auch Freigabe von bestimmten Dateien/Verzeichnissen für Kollegen und vor Allem eine zentrale Verwaltung durch einen Admin möglich (was ja für ein solches Einsatzszenario unabdingbar ist). Das Login in diese Schlüsselserver von Boxcryptor ist übrigens mit Passwort +Code aus der AuthenticatorApp und/oder HardwareToken (Fido!) geschützt. Damit wären wir wieder beim Fido angelangt :-)
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Re: Sind lokale Anwendungen mit Fido2-Lösungen sinnvoll abzusichern?

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Gepostet: 26.07.2020 - 19:41 Uhr  ·  #60
Zitat geschrieben von msa

[Boycryptor]
Wenn man so etwas "im größeren Rahmen" praktizieren will (mehr Nutzer, Zusammenarbeit), dann geht das mit Boxcryptor auch. Dabei werden dann die (verschlüsselten!) Schlüssel auf einem Boxcryptor-Server gelagert. ...

Boycryptor gibt es wohl nicht mehr, stattdessen Boxcryptor für Einzelnutzer:
https://www.boxcryptor.com/de/
Hab mir mal die Hilfe & FAQ angeschaut und bin beim Installieren von Boxcryptor für Windows auf folgende Voraussetzung gestoßen:

1. Installieren Sie die Desktopanwendung Ihres Cloud-Anbieters.

Was ist denn damit gemeint?

Bisher nutze ich ein WebDAV-Programm zur MagentaCLOUD. Dateien mit privaten Daten werden individuell mit einem PGP(GPG)-Programm verschlüsselt bevor sie hochgeladen werden. Von allen Rechnern mit dem WebDAV-Programm und dem PGP(GPG)-Programm können die Dateien heruntergeladen und entschlüsselt werden, quasi eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

mfg Volker
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