Vorsicht bei dem Bericht - wie üblich ist er leider recht schwammig formuliert und - genau genommen - an vielen Stellen unvollständig oder sogar so formuliert, dass man ihn falsch verstehen kann. Vielleicht meint man seitens der Autoren sogar, dass "wir Bürger" komplexere Details nicht verstehen würden. Aber auf diese Weise "leicht lesbar" zu formulieren ist auch keine Lösung.
Der Grundtenor des Artikels ist sogar falsch herum:
wenn was in Gefahr ist, dann ist es lang- oder mittelfristig sogar die Annahmepflicht von Bargeld*! Insofern nutzt es wenig, auf dem Bundesbankgesetz rumzureiten, denn es gilt faktisch nicht (mehr) uneingeschränkt, da es schon bisher durch EU-Verordnung(en) und demnächst in wesentlichen Teilen (Währungs-Annahmepflichten) durch die Novellierung der sogenannten "Bargeld-Verordnung (COM/2023/364)" ersetzt wird. Im Gegensatz zu einer EU-
Richtlinie (=die durch jedes EU-Land bis zu einem bestimmten Datum in nationalem Recht umgesetzt werden "muss") gilt eine EU-
Verordnung unmittelbar und uneingeschränkt in jedem Mitgliedsland. Da es höheres Recht ist, gilt nationales Recht nur im Nachrang dazu.
In der "Bargeld-Verordnung" und deren aktueller Überarbeitung geht es primär um die Einführung des digitalen Euros. "Nebenher" wird daran gebastelt, dass man evtl. ohne es explizit zu verbieten die Voraussetzungen dafür schafft, dass das Bargeld möglicherweise eines Tages völlig verschwinden könnte - ohne dass es jemadn explizit verboten hätte. So viel zu -aus meiner Sicht- tendenziöser Berichterstattung oder unsauber recherchierten Berichten.
Wer umfassend in die expliziten Problematiken reinschauen will, fängt am besten hier an:
https://www.youtube.com/watch?v=FqRISJrjnz8
und bedient sich bei Bedarf aus den genannten Quellen. Ist zwar keine leichtverdauliche Kost, aber erst da erkennt man die Details und wieso ich solche Berichte wie oben für "schlechten Journalismus" halte.
*Mit der permanenten und seit vielen Jahren seitens der EU orchestrierten Zurückdrängung des Bargeld (durch diverse Maßnahmen wie:
Aus für den größten Geldschein,
Obergrenzen bei Barzahlung, die nach Einführung in manchen Ländern auf absurd niedrige Beträge gesenkt wurden (wer hat hier "Salami" gesagt?
Barzahlungsverbote,
Identifikationspflichten,
Herkunftsnachweise
verflüchtigt sich auch zunehmend die Bargeld-Infrastruktur. Eine Gefahr, die übrigens die Deutsche Bundesbank schon lange sieht und thematisiert (der Anlass übrigens für die Gründung des "Nationalen Bargeldforums" durch die Deutschen Bundesbank Anfang vorletzten Jahres).
Lasst's Euch net verarschen
Beste Grüße
Stefan