Woher kommt der "Name" einer Buchung?

 
rascal
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Woher kommt der "Name" einer Buchung?

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Gepostet: 20.02.2019 - 11:42 Uhr  ·  #1
Mir ist gerade folgendes aufgefallen: Bei einer Lastschrift steht unter "Name" nicht der Empfänger der Zahlung sondern mein Name. Die Gegenprobe mit einem anderen Online-Banking Programm ergibt das eigentlich Erwartete, hier steht der Zahlungsempfänger.
In der Buchung der selben Lastschrift vor einem Jahr ist auch in B4 der Zahlungsempfänger als Name angegeben.
Eine weitere Lastschrift-Buchung habe ich gefunden, in der auch mein Name steht, allerdings in einer anderen Schreibweise. Auch bei dieser Lastschrift steht in meinem "Vergleichsprogramm" der Zahlungsempfänger.

Woraus leitet B4 den (manchmal falschen) "Namen" ab und lässt sich das ändern?
msa
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Re: Woher kommt der "Name" einer Buchung?

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Gepostet: 20.02.2019 - 12:03 Uhr  ·  #2
Da bräuchten wir etwas genauere Angaben. Von welcher Bank rufst Du den Umsatz ab? Daraus ergibt sich dann, ob der Umsatz per CAMT oder MT940 abgerufen wird, oder evtl gar per ScreenScraping.

Bei CAMT gibt es ein Feld mit dem Namen und zusätzlich noch ein Feld mit "Alternativer Name". In das kann der Absender einer Lastschrift etwas eintragen, was er möchte, das wird dann bevorzugt angezeigt. Beispiel: Das Konto gehört der Stadt Musterstadt. Je nach Lastschrift kann man nun "Musterstat - Abfallbeseitigungswerke" oder "Musterstadt - Wasserwerke" oder "Musterstadt - Kommunale Straßenreinigung" eintragen. Also wenn ein Konto stellvertretend für jemanden etwas einzieht, dann könnte man da einen klarer formulierten Begünstigten eintragen. Evtl. hat heuer der Lastschrifteinreicher da versehentlich was Falsches - nämlich Deinen Namen - eingetragen, weil sein Zahlungsverkehrsprogramm das anbietet und er es mißversanten hat. Selbst ändern kann Du da im Programm nichts. Aber es wäre erst mal zu verifizieren, was genau die Bank auf welchem Weg überträgt.
rascal
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Re: Woher kommt der "Name" einer Buchung?

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Gepostet: 20.02.2019 - 13:02 Uhr  ·  #3
es handelt sich um ein Konto bei der Sparda-Bank BW.
Ich würde es ja verstehen, wenn beide Programme das selbe anzeigen würden, tun sie aber nicht. Daraus schließe ich, dass es ein "Problem" der Dateninterpretation von B4 ist?
Ich hänge mal ein Bild an. In den ausgegrauten Bereichen des Textteils steht jeweils mein Name.
Ergänzung: Mein Alternativprogramm gibt als Empfänger an: DPV Deutscher Pressevertrie
 
infoman
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Re: Woher kommt der "Name" einer Buchung?

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Gepostet: 20.02.2019 - 13:06 Uhr  ·  #4
kenn mich bei der Sparda nicht aus, aber ist das richtig, dass auch bei IBAN/BIC/Primanota keine Daten eingetragen sind?

+ hast du geprüft ob per CAMT abgerufen wird/wurde.
rascal
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Re: Woher kommt der "Name" einer Buchung?

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Gepostet: 20.02.2019 - 13:12 Uhr  ·  #5
ja, diese Felder sind grundsätzlich leer. Das scheint eine Spezialität der Sparda zu sein?!

Wie bzw. wo prüfe ich das Übertragungsprotokoll?
infoman
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Re: Woher kommt der "Name" einer Buchung?

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Gepostet: 20.02.2019 - 13:34 Uhr  ·  #6
Neptun62
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Re: Woher kommt der "Name" einer Buchung?

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Gepostet: 20.02.2019 - 13:37 Uhr  ·  #7
Zitat geschrieben von rascal
...Wie bzw. wo prüfe ich das Übertragungsprotokoll?
Unter "Extras/Protokolle/Details"
msa
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Re: Woher kommt der "Name" einer Buchung?

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Gepostet: 20.02.2019 - 13:37 Uhr  ·  #8
SPARDA - alles klar.

Sparda DV ist ein Sonderfall. Die haben es noch nie hingekriegt, sinnvolle Daten zu liefern, seit sie HBCI anbieten. Als BTX endgültig eingestellt wurde hat Sparda DV gezwungenermaßen HBCI eingeführt - mehr schlecht als recht. Grundsätzlich NUR Textzeilen (also keine Felder mit bestimmten Inhalten), grundsätzlich nur 4 Zeilen (auch wenn es im Web mehr Text gibt), grundsätzlich mit Leerstellen statt Umlauten. Eigentlich unzumutbar. Beim Übergang auf SEPA fand das nächste Trauerspiel statt. Die Übertragung findet nachwievor im alten MT940-Format statt, in das die SEPA-Felder mit dem großen Hammer "eingepasst" werden. Und zwar nicht so, wie es die Spezifikation vorsieht, sondern irgendwie, wie sich SPARDA das vorstellt. Wenn was nicht paßt, dann holt man den nächstgrößeren Hammer und haut einfach nochmal kräftiger drauf - paßt dann schon. Als diese SEPA-Umstellung stattfand, hat beim ersten Mal so gut wie nichts gepaßt (also im LifeBetrieb, das was die Kunden abgerufen haben), daraufhin hat man eine neue Version entwickelt, die noch schlechter war und ging mit der in den Life-Betrieb, letztlich wieder zurück zur ersten. Und auf dem Stand ist man heute noch.

Festzuhalten bleibt: Es werden von Sparda via HBCI keine Felder geliefert sondern nur Textzeilen. MEISTENS steht in der ersten Zeile ein Buchungstext und in der Zweiten der Empfängername - aber leider nicht zuverlässig IMMER. Somit kann ein Kundenprogramm in der lokalen Datenbank entweder alle Felder leer lassen und das Gelieferte nur in den Verwendungszweck schreiben, oder das Programm fängt an und interpretiert. Erste Zeile in den Buchungstext, zweite Zeile in den Namen, Rest in den Verwendungszweck. Das passt dann meistens, aber eben nicht immer. Eine andere Möglichkeit besteht nicht. B4 interpretiert - offenbar anders als ein anderes Programm.

Am Besten schaust Du Dir den Umsatz mal im Sparda-WebBanking an und vergleichst, was da wo steht...

Was übertragen wird kannst Du im Protokoll (Extras/Protokolle) anschauen...

P.S.: Zwei von den jeweils selbstständigen regionalen Sparda-Banken haben der verbundeigenen SPARDA DV ja schon den Rücken gekehrt und sind zu Fiducia gewechselt. Der Rest betreibt die SPARDA DV zwar weiter, hat sie aber komplett incl. Personal auf soundsoviel Jahre an T-Systems outgesourced - der Kosten wegen. Ob die Qualität der Leistung dadurch besser oder noch schlechter wird bleibt abzuwarten...
rascal
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Re: Woher kommt der "Name" einer Buchung?

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Gepostet: 20.02.2019 - 14:45 Uhr  ·  #9
@msa: Vielen Dank für die ausführliche Darstellung, sehr amüsant :lol: Das erklärt einiges. Ich werde mit dem "Makel" klarkommen, im Verwendungszweck steht ja alles nötige.

Die Übertragungsprotokolle hatte ich mir schon angesehen, aber wie erkennt man das verwendete Datenformat? Ist das explizit angegeben oder erkennt man das nur am Inhalt? Ich habe keinen Hinweis auf CAMT oder MT940 gefunden.

@Infoman: MT940 habe ich jetzt ausgewählt, ändert sich aber nichts.
msa
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Re: Woher kommt der "Name" einer Buchung?

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Gepostet: 20.02.2019 - 15:02 Uhr  ·  #10
Das Format erkennt man nur am Inhalt. Wenn es das SEPA-Format CAMT ist, dann wird da eine XML-Datei übertragen - sieht man an den Feldschlüsseln... im Prinzip immer <Feldname>Feldinhalt</Feldname> - also Anfangskennzeichen - Inhalt - Endekennzeichen.

Beim alten MT940-Format beginnt im Prinzip jede Zeile mit einem Feldschlüssel bestehend aus einer zweistelligen Zahl zwischen zwei Doppelpunkten - also
:21:Blabla
Unterfelder werden durch ?21 / ?22 usw. abgeteilt.

Bei Sparda gibts da aber nix zu erforschen. Die können nach wie vor nur das alte MT940-Format. Der Haken in B4 ist dafür da, dass bei Lieferantren, die nach wie vor BEIDE Formate anbieten (wie z.B. das Sparkassen-Rechenzentrum FI) man die Nutzung des alten Formates forcieren kann - standardmäßig wird bei Verfügbarkeit das Neue verwendet. Was auch Sinn macht, da dort alle nötigen SEPA-Felder existieren, mit den richtigen Feldlängen usw. Nur in Einzelfällen macht es Sinn, MT940 zu erzwingen. War in der Übergangszeit bei Problemen hilfreich oder wenn man die von der Bank abgerufenen Dateien 1:1 in eine Buchhaltung importieren will. Die meisten Buchhaltungen können bis heute nur MT940 importieren.
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