Missverständliche Formulierung bei HBCI-Kartenbestellung

 
sbreit
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Missverständliche Formulierung bei HBCI-Kartenbestellung

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Gepostet: 25.08.2020 - 18:12 Uhr  ·  #1
Hi zusammen!

Bei der Bestellung der HBCI-Karte gibt es ein extra Feld für die Software. Im Erklärungstext steht dazu "Wenn Sie die Software HIBISCUS, AQ-Banking oder ein Open Source Programm einsetzen ist eine Nutzung der [HBCI-Karte] technisch leider nicht sicher möglich."

Was soll das denn heißen, "technisch leider nicht sicher möglich". Das halte ich für ausgemachten Unfug. Was damit gemeint sein könnte, wäre "organisatorisch leider nicht sicher möglich", im Sinne von "es gibt keine Kontrollinstanz, welche die Software prüft und eine wie auch immer geartete Zertifizierung gibt's auch nicht". Open Source eine pauschale "technische" Unmöglichkeit zu unterstellen halte ich für quatsch.

Weiß da jemand mehr 'drüber, was damit gemeint sein könnte?

Danke

sbreit
msa
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Re: Open Source = Unsicher?

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Gepostet: 25.08.2020 - 22:22 Uhr  ·  #2
Zitat geschrieben von sbreit
Weiß da jemand mehr 'drüber, was damit gemeint sein könnte?
Den Hinweis hast Du völlig falsch interpretiert :-)

Er will nur besagen, dass es nicht sichergestellt ist, dass Deine bestellte HBCI-Chipkarte mit "nichtkommerziellen" Programmen zum Laufen zu bringen ist. Zu deutsch: Es wird nicht funktionieren. Die Bank will dem vorbeugen, dass Du die Karte (evtl. mit Kosten) bestellst und dann hinterher jammerst "aber das geht nicht, ich verwende xxxx".

Hintergrund ist, dass die Programmierung/Ansteuerung dieser modernen Chipkarten extrem kompliziert ist und die nötigen Schnittstellen/Beschreibungen teilweise nicht öffentlich zur Verfügung stehen. Mir ist derzeit kein nichtkommerzielles Programm bekannt, das z.B. mit den aktuellen Chipkarten der Volks-Raiffeisenbanken arbeitet. Ich glaube mich dunkel zu erinnern, dass irgendwas mit Aqbanking mal war, dass das jetzt teilweise geht, aber sicher bin ich mir nicht mehr. hibiscus z.B. arbeitet mit den "neueren" Chipkarten (VR personalisiert und unpersonalisiert, RAH-Karten für Schlüssel der Privatbanken usw.) definitiv nicht zusammen. Der Ersteller von hibiscus hat es mal probiert, ist aber an der Implementierung gescheitert und hat es insoweit aufgegeben. Dies ist aber eigentlich auch egal, weil die genannten Banken meist chipTAN anbieten - und chipTAN in der usb-Variante ist genauso komfortabel wie eine HBCI-Chipkarte, aber sehr viel einfacher zu implementieren und universeller zu verwenden (eben auch im WebBanking, für Vorgänge, die es über HBCI nicht gibt). Somit ist das für die Open-Source-Programme eine gute Alternative.
sbreit
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Re: Open Source = Unsicher?

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Gepostet: 26.08.2020 - 07:11 Uhr  ·  #3
Zitat geschrieben von msa

Den Hinweis hast Du völlig falsch interpretiert :-)

Er will nur besagen, dass es nicht sichergestellt ist, dass Deine bestellte HBCI-Chipkarte mit "nichtkommerziellen" Programmen zum Laufen zu bringen ist.


Danke, das ist ein guter Hinweis! Vielleicht sollte man die Bank dann mal darauf hinweisen, dass die Forumuliierung echt unglücklich ist, da "sicher" in dem Kontext nicht eindeutig ist.


Zu deutsch: Es wird nicht funktionieren. Die Bank will dem vorbeugen, dass Du die Karte (evtl. mit Kosten) bestellst und dann hinterher jammerst "aber das geht nicht, ich verwende xxxx".

Zitat geschrieben von msa

Hintergrund ist, dass die Programmierung/Ansteuerung dieser modernen Chipkarten extrem kompliziert ist und die nötigen Schnittstellen/Beschreibungen teilweise nicht öffentlich zur Verfügung stehen.


Spannend. Da hätte man meinen können es gibt für sowas Standards, die auch entsprechend dokumentiert sind.

Weiß da jemand genaueres zu? Sind die Dokumentationen nur gegen Zahlung von Lizenzgebühren erhältlich oder werden die nur mit "Vertrauenswürdigen" Unternehmen geteilt oder wie verhält sich das?

Danke
hibiscus
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Re: Open Source = Unsicher?

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Gepostet: 26.08.2020 - 08:19 Uhr  ·  #4
Auch wenn die Formulierung wirklich unglücklich gewählt ist - besser wäre hier "... kann nicht sichergestellt werden, dass ..." gewesen. Aber gut finde ich, dass das auf Bankseite bekannt ist und Kunden sogar proaktiv vorher darauf hingewiesen werden. Mir tut es auch immer leid, wenn mir User schreiben, dass sie Hibiscus installiert, alles konfiguriert haben aber die VR-Karte partout nicht zum Laufen kriegen. Und ich denen dann sagen muss, dass die Mühe umsonst war. Immerhin gibts ja die TAN-Verfahren als Alternative.

Dokumentation zu diesen Karten habe ich keine.

PS: Falls möglich, könnte man die Überschrift des Threads vielleicht noch ändern von "OpenSource = Unsicher?" in "Missverständliche Formulierung bei HBCI-Kartenbestellung" oder so ähnlich? Das landet sonst so im Google-Index. So mancher User bildet sich seine Meinung sicher basierend auf der Linkvorschau auf der Google-Ergebnisliste.
Angel
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Re: Missverständliche Formulierung bei HBCI-Kartenbestellung

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Gepostet: 26.08.2020 - 08:33 Uhr  ·  #5
Zitat geschrieben von hibiscus
PS: Falls möglich, könnte man die Überschrift des Threads vielleicht noch ändern von "OpenSource = Unsicher?" in "Missverständliche Formulierung bei HBCI-Kartenbestellung" oder so ähnlich? Das landet sonst so im Google-Index. So mancher User bildet sich seine Meinung sicher basierend auf der Linkvorschau auf der Google-Ergebnisliste.

Erledigt, macht Sinn. Danke für den Hinweis!
fizanz
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GLS Online Banking Card technisch leider nicht sicher möglich...

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Gepostet: 27.08.2020 - 09:25 Uhr  ·  #6
Der (doofe!) Hinweistext kommt bei der GLS Bank, wenn man im Bestellprozess für eine GLS Onlinebanking Karte, bei "Eingesetzte Software" auf das Fragezeichen klickt. Quelle: https://www.gls-laden.de/front…rocess=OBC
Zitat
Hinweis: Wenn Sie die Software HIBISCUS, AQ-Banking oder ein Open Source Programm einsetzen ist eine Nutzung der GLS Online Banking Card technisch leider nicht sicher möglich.
Will jemand die GLS anschreiben und einen Gegenvorschlag machen, wie man den Hinweistext besser formulieren kann?
Nemo
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Re: Missverständliche Formulierung bei HBCI-Kartenbestellung

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Gepostet: 27.08.2020 - 16:18 Uhr  ·  #7
Einer der Kollegen von der GLS ist hier im Forum aktiv. Ich denke, das wird er sehen. Ich stelle ihm aber mal einen Hinweis ein.
Raimund Sichmann
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Re: Missverständliche Formulierung bei HBCI-Kartenbestellung

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Gepostet: 28.08.2020 - 09:20 Uhr  ·  #8
oha, für die unglückliche Formulierung bin ich verantwortlich, das hätte mir wirklich auffallen müssen.

Ein herzliches Danke für den Hinweis und gut, dass das im Forum zum Thema wurde. Interessant ist nämlich, dass für aqbanking/aqfinance die - gemeinte - Aussage überholt sein könnte, seit einiger Zeit soll inzwischen auch die Nutzung der Karte mit RDH-7 funktionieren.

Gruß
Raimund
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