Umstellung HBCI-/FinTS auf chipTAN der Sparkasse

Hardware Frage; Was wird wirklich benötigt?

 
deGrasi
Benutzer
Avatar
Geschlecht: keine Angabe
Beiträge: 6
Dabei seit: 10 / 2013
Betreff:

Umstellung HBCI-/FinTS auf chipTAN der Sparkasse

 · 
Gepostet: 07.05.2021 - 19:30 Uhr  ·  #1
Guten Abend,

ich habe heute von meiner Sparkasse die Mitteilung erhalten, dass das HBCI-/FinTS Verfahren am 07.09.2021 eingestellt wird.
Nun muss ich mich damit beschäftigen und habe hier im Forum schon gelesen, dass das chipTAN Verfahren mit Hibiscus wunderbar funktioniert. Das freut mich natürlich.

Die Sparkasse schreibt, dass dem Teilnehmer für das chipTAN Verfahren eine kontoungebundene Sparkassen Card zum Preis von 5 Euro jährlich zur Verfügung gestellt wird.
Auf der Webseite der Sparkasse steht:
Zitat
Ihr Konto muss für das Online-Banking freigeschaltet sein.
Zudem brauchen Sie Ihre Sparkassen-Card oder eine kontoungebundene Karte und einen USB-Kartenleser


Daher meine Frage an die Community, welche Hardware ich wirklich benötige?
Aktuell vorhanden ist:
Sparkassenkarte (die ganz normale, die jeder bekommt)
Chipkartenleser Reiner SCT cyberJack® RFID komfort (USB) (drücke ich @, steht auch TAN auswählen, benötige daher kein Upgrade)

Was fehlt ist ein TAN Generator (angedacht ist Reiner SCT tanJack® USB)
Benötige ich daher noch die kontoungebundene Karte, die anscheinend nicht zwingend ist. Kann ich mir die 5 Euro sparen?
Benötige ich sonst noch Hardware, die ich vielleicht übersehen habe?
Und, welchen Vorteil hat diese kontoungebundene Karte für mich?

Über eine Rückmeldung der Community würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße
Mirco
infoman
Benutzer
Avatar
Geschlecht:
Beiträge: 8073
Dabei seit: 06 / 2008
Betreff:

Re: Umstellung HBCI-/FinTS auf chipTAN der Sparkasse

 · 
Gepostet: 07.05.2021 - 20:11 Uhr  ·  #2
Zitat geschrieben von deGrasi
dass das HBCI-/FinTS Verfahren am 07.09.2021 eingestellt wird.

das ist so nicht ganz richtig - lediglich die "alte Karte" wird es so nicht mehr geben

Zitat
Ihr Konto muss für das Online-Banking freigeschaltet sein.

sind die Zugangsdaten fürs Online/Webbanking vorhanden?
(Hinweis: bei den Sparkassen kann man div. Zugangsmöglichkeiten parallel betreiben, dh. als fallback wäre bspw. pushTAN übers Handy möglich - die Zugangsdaten bzw. Benutzerkennung ist jedoch nicht gleich mit denen fürs chipTAN bspw.)

Zitat
Chipkartenleser Reiner SCT cyberJack® RFID komfort (USB)

aktueller Treiber installiert? cyberjack Gerätemanager - Base Components (Version 7.8.7)
entweder über die interne Funktion aktualisieren oder über klick
Zitat
Wichtig: Bitte installieren Sie die Gerätetreiber (cyberJack BaseComponents) unbedingt mit Administrator-Rechten! -> Rechte Maustaste „Als Administrator ausführen“

über die Software kann der Stand, die Firmware der Hardware sowie die Freischaltung für chipTAN-USB eingesehen werden

neben der Sparkassencard wird nichts weiter benötigt
Zitat
Was fehlt ist ein TAN Generator (angedacht ist Reiner SCT tanJack® USB)

wird nicht benötigt, für was?

Dh. nach Aktualisierung der Software auf den Stand 2021-04-20 Jameica 2.10.0 Hibiscus 2.10.3 und den vorgenannten Punkten, kann sofort los gelegt werden.

das o.g. chipTAN(USB) Verfahren ist ja hier dok. klick - also neuen Bankzugang anlegen und alten löschen

_______________________
edit: für Notfälle / fallback
wenn nicht über Onlinebanking-Software sondern Webbanking Aktionen ausgeführt werden sollen, gibt es ein Tool > tanJack® easy < (Flickercode in QR-Code oder USB) welche als bridge dient https://shop.reiner-sct.com/software/tanjack-easy
dies kann auf PC installiert und nur bei Bedarf gestartet werden, je nach Einstellung.
deGrasi
Benutzer
Avatar
Geschlecht: keine Angabe
Beiträge: 6
Dabei seit: 10 / 2013
Betreff:

Re: Umstellung HBCI-/FinTS auf chipTAN der Sparkasse

 · 
Gepostet: 08.05.2021 - 11:51 Uhr  ·  #3
Hallo Infoman,

danke für deine Rückmeldung, die sehr hilfreich ist.

Zitat
sind die Zugangsdaten fürs Online/Webbanking vorhanden?

Nein, die sind aktuell nicht vorhanden, einen Termin zur chipTAN Freischaltung ist gemacht.

Zitat
aktueller Treiber installiert? cyberjack Gerätemanager

Sollte aktuell sein;
cyberJack Base Components = V7.8.7
cyberJack RFID komfort USB 01 Update = V2.0.27
cyberJack RFID komfort USB Modul Store = V2.0.27

Was mich wundert ist, dass im Gerätemanager unter "Upgrade" die Funktion "chipTAN Modul" deaktiviert ist (klicken zum Lizensieren).
Aber auf der Reiner SCT Webseite steht;
Zitat
Um dies zu prüfen, drücken Sie an Ihrem Chipkartenleser die @-Taste bzw. die Zahnrad-Taste (je nach Chipkartenleser). Erscheint nun auf dem Display „TAN erstellen“, so ist Ihr Chipkartenleser schon mit dem chipTAN USB Verfahren ausgestattet.

Und genau das steht bei meinem Chipkartenleser. Das verwirrt mich, muss ich nun doch ein Upgrade dieses Moduls machen?

Zu meinem Verständnis, der Chipkartenleser "generiert" auch gleichzeitig die TAN und deshlab wir kein TANGenerator benötigt?

Über weitere Hilfreiche Rückmeldung deinerseits würde ich mich freuen. Danke.

Viele Grüße
Mirco
msa
Benutzer
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: München
Alter: 63
Beiträge: 7571
Dabei seit: 03 / 2007
Betreff:

Re: Umstellung HBCI-/FinTS auf chipTAN der Sparkasse

 · 
Gepostet: 08.05.2021 - 12:06 Uhr  ·  #4
Etwas geraffter: Wie infoman geschrieben hat, wird nur das uralte chipKarten-Verfahren eingestellt. Eine bessere Alternative ist, wie geschrieben, chipTAN-usb. Es kommt aber auch pushTAN in Frage. Hängt davon ab, wieviel Zahlungsaufträge Du machst (privat oder Firma) und wie Du lieber arbeitest. Wenn Fangen wir mal mit pushTAN an. Wenn ein Smartphone Dein "täglicher Begleiter" ist, dann kommt pushTAN in Frage. Du empfängst die nötigen TANs in einer App auf dem Smartphone. Allerdings musst Du diese dann von Hand eintippen. Nachdem die Sparkassen auch Sammelüberweisungen (auch mit Einzelverbuchung auf dem Kontoauszug) unterstützten, sollten selbst mehr Aufträge kein ernsthaftes Problem darstellen). Bei dieser Alternative benötigst Du überhaupt nichts weiter außer der kostenlosen App.

Andere Möglichkeit ist chipTAN. Diese ist in verschiedenen Unterarten möglich. Man braucht ein Gerät, das die TANs erzeugt und anzeigt (chipTAN-Generator) und eine chipKarte. Als chipKarte wird im Normalfall die sowieso vorhandene Sparkassenkarte (Geldautomatenkarte) verwendet. Nur wenn man keine solche hat, dann benötigt man diese kontoumgebundene Karte für 5 Euro. Man kann eine solche auch verwenden, wenn man es bequemer findet, diese zusätzliche Karte immer in der Schreibtischschublade parat zu haben und nicht jedes Mal die Girokarte aus dem Geldbeutel holen möchte.

Als chipTAN-Generator kommen drei Varianten in Frage: Am ältesten ist der Generator mit diesen flackernden Balken, die bei TAN-Erzeugung am Bildschirm dargestellt werden. Man hält den Generator davor, durch das Geflacker werden die Auftragsdaten auf das Gerät übertragen, welches dann im Chip der eingesteckten Karte eine TAN berechnet und diese anzeigt. Diese muss dann von Hand abgetippt werden. Vorteil ist, dass diese Geräte am billigsten sind, Nachteil ist, dass das "Einfangen" der Flackerei unbequem ist. Weiterer Vorteil ist, dass dieser Generator auch für SPARDA und Postbank und ein paar andere Banken verwendet werden kann, da dies ein standardisiertes Verfahren ist und die Bank- bzw. Kontobindung über die eingesteckte Karte erfolgt.

Moderner ist das QR-Verfahren. Mit einem entsprechenden TAN-Generator wird ein am Bildschirm angezeigter QR-Code fotografiert. Rest läuft wie beim Flicker-Generator ab. Das Abfotografieren vom QR-Code ist erheblich schneller und bequemer und zuverlässiger. Dafür kostet diese Variante etwas mehr in der Anschaffung.

Dritte Möglichkeit schließlich ist chipTAN-usb. Dabei wird ein "normaler Chipkartenleser" benutzt, der in der Firmware die TAN-Generierung beherrscht. Deiner scheint ja einer zu sein, bei dem das geht. Hier werden dann die Auftragsdaten direkt über usb an den Leser übertragen, dieser generiert die TAN und sendet sie automatisch per usb an die Software zurück, die sie dann sofort an den Bankrechner überträgt. Es entfällt hier also das manuelle Eintippen. Diese Variante ist hauptsächlich für Einsätze, wo viele Vorgänge hintereinander stattfinden und man sich das Eintippen einer angezeigten TAN sparen will.

Alle genannten Verfahren laufen mit dem "normalen" WebBanking-Zugang! Wenn man so einen schon hat, kann man den direkt auch in einer HBCI-Software nutzen. Wenn der Zugang neu ist, muss er einmalig in Betrieb genommen werden, indem man sich im WebBanking einloggt und dort die Start-PIN ändert. Hierzu ist eine TAN nötig. Bei chipTAN-usb muss man entweder das Manuelle Verfahren nutzen - dabei werden die nötigen Daten über die Leser-Tastatur eingeippt - oder eine spezielle Software von REINER installieren, die das Geflacker am Bildschirm einfängt und das dann per usb an den Leser überträgt. Dies ist nötig, da die WebSite direkt usb nicht unterstützt.

Zu pushTAN via Smartphone sollte man noch wissen, dass bei den Sparkassen derzeit eine weitere pushTAN-Variante in der Pipeline steckt, bei der ein Abtippen der TAN auch nicht mehr möglich t. Die geänderte App funktioniert dann so, dass auf dem Smartphone in der App angezeigt wird, dass ein Auftrag zur Freigabe ansteht und man kann diesen dann direkt durch einen Button in der App freigeben. Die TAN wird dann direkt von der App zum Bankrechner übertragen, man muss sie nicht mehr im Computer eintippen. Damit ist der Auftrag dann ausgeführt.

Wenn man also seit Smartphone immer bei sich hat, dann ist pushTAN eigentlich die gefälligste Lösung, weil man damit keine weitere Hardware benötigt.

Schließlich ist noch zu sagen, dass man sich auch zwei Zugänge parallel anlegen lassen kann, einen für pushTAN und einen für chipTAN, dann kann man jeweils den verwenden, der einem im Moment praktischer ist.
infoman
Benutzer
Avatar
Geschlecht:
Beiträge: 8073
Dabei seit: 06 / 2008
Betreff:

Re: Umstellung HBCI-/FinTS auf chipTAN der Sparkasse

 · 
Gepostet: 08.05.2021 - 13:36 Uhr  ·  #5
da die Hardware vorhanden und auf aktuellem Stand ist, würde ich das Upgrade ausführen https://www.reiner-sct.com/ima…pgrade.pdf ist ein kostenpflichtiger klick das wars dann aber auch.
Mir ist kein Anbieter bekannt, der so ein Upgrade angeboten hat - dh. bei einem anderen wäre ein Neukauf angesagt gewesen.
Zitat
Zu meinem Verständnis, der Chipkartenleser "generiert" auch gleichzeitig die TAN

korrekt - weitere Hardware/-kauf ist nicht mehr notwendig.
dh. deine Anfrage hier im Forum, hat dir ein separaten Kauf erspart ;-)

PS: um welche Sparkasse handelt es sich? oft wird kein Termin benötigt, die schicken die Zugangsdaten zu
msa
Benutzer
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: München
Alter: 63
Beiträge: 7571
Dabei seit: 03 / 2007
Betreff:

Re: Umstellung HBCI-/FinTS auf chipTAN der Sparkasse

 · 
Gepostet: 08.05.2021 - 17:21 Uhr  ·  #6
Wie gesagt, WENN es sich überhaupt lohnt, sich mit chipTAN auseinanderzusetzen. In fast allen mir bekannten Fällen reicht pushTAN absolut aus und ist die gewandtere Alternative. Ich habe bei mehreren Sparkassen und der DKB für alle meine Zugänge chipTAN UND pushTAN - nutze das auch professionell für viele Konten. Ich wüßte nicht, wann ich das letzte Mal chipTAN genutzt habe. Das Handy habe ich immer bei mir, einen chipTAN-Generator muss ich immer erst hervorholen, die Girocard rausholen usw. - viel umständlicher. EInzig das "Abtippen" ist bei pushTAN unbequmer (aber nicht so sehr) und selbst das fällt mit der Neuerung dann weg. Also ich würde mal sagen, für alle Smartphone-Nicht-Totalverweigerer ist pushTAN das Bessere...

Zumal ja sogar bei EBICS der Weg in diese Richtung geht. Auch da hantiert man in vielen Fällen nicht mehr mit usb-Stick oder Chipkarte rum, sondern spielt die Dateien auf den Bankrechner und gibt sie dann in einem zweiten Schritt über eine App auf dem Smartphone frei.
Gewählte Zitate für Mehrfachzitierung:   0