Wieviele Unternehmen/Gewerbekunden nutzen Browser-Banking?

 
windata
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Wieviele Unternehmen/Gewerbekunden nutzen Browser-Banking?

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Gepostet: 18.08.2010 - 12:15 Uhr  ·  #1
Hallo zusammen,

in den letzten Wochen haben wir vermehrt Anrufe bzgl. der optischen TAN-Verfahren. Bei vielen Systemen funktioniert die Erkennung der TAN nur sehr unzuverlässig. Fast alle Anrufer bei uns sind Unternehmenskunden, also nur ein ganz wenige Privatkunden.

Ich habe mich deshalb mal mit zwei bekannten Bankern (beide Firmenkundenberater bei unterschiedlichen KIs) über Online-Banking und die angebotenen Sicherheitsverfahren unterhalten. Einer der Bankberater brachte an, dass seine Kunden alle Chip-TAN von ihm "verordnet" bekämen. Auf die Frage, warum, meinte er, der Kunde wäre dann flexibel und könnte überall seine Bankgeschäfte durchführen und außerdem wäre das die "vorgegebene Linie" der Fachabteilung.
Der andere Banker erwiderte, dass er nicht einen Kunden (es ging nur um Firmen- bzw. Gewerbekunden) hätte, der ausserhalb seiner eigenen 4 Wände (sprich: Büro, Homeoffice etc.) seine Bankgeschäfte erledigen würde und er deshalb seinen Kunden aus Sicherheitsgründen den Einsatz einer Software in Verbindung mit einer HBCI-Chipkarte bzw. EBICS empfiehlt. Zumal diese Kunden auch bereit wären, die Mehrkosten (Chipkartenleser und Karte) zu bezahlen.

Hierzu hätte ich nun ein paar Fragen:

Wieviele Firmen- bzw. Gewerbekunden brauchen denn wirklich diese vielbesagte Flexibilität, ihre geschäftlichen Bankgeschäfte von überall ausführen zu können?

Wieviele dieser Kunden nutzen Browser-Banking zur Zahlungsverkehrsabwicklung?

Warum erhalten diese Kunden z.B. optische TAN-Verfahren und nicht HBCI-Chipkarte oder EBICS?

Viele Grüße aus dem Allgäu

Stefan Balk
clio
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Re: Wieviele Unternehmen/Gewerbekunden nutzen Browser-Bankin

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Gepostet: 18.08.2010 - 17:31 Uhr  ·  #2
Zitat geschrieben von windata
Einer der Bankberater brachte an, dass seine Kunden alle Chip-TAN von ihm "verordnet" bekämen. Auf die Frage, warum, meinte er, der Kunde wäre dann flexibel und könnte überall seine Bankgeschäfte durchführen und außerdem wäre das die "vorgegebene Linie" der Fachabteilung.

....sofort entlassen, und die "Fachabteilung" gleich mit. Von Sicherheitskonzepten haben diese "Experten" zumindest keine Ahnung.
Es ist wirklich erschreckend, wie blauäugig und wie wenig wichtig den Leuten ihr Geld ist. Da wundert es doch, daß nicht noch mehr Betrugsfälle ausgeführt werden.
Zumal die Kosten für Lesegerät und Chipkarte als Betriebsausgaben absetzt werden können und nun wirklich nicht die Welt kosten.
Aber solange die Banken den Leuten PIN/TAN als sicher aufschwatzen, wird sich daran auch so schnell nichts ändern. Erst wenn die Betrügereien im großen Stil passieren und von den Banken nicht mehr heruntergespielt werden, ändert sich hoffentlich etwas.
emroge
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Re: Wieviele Unternehmen/Gewerbekunden nutzen Browser-Bankin

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Gepostet: 18.08.2010 - 22:01 Uhr  ·  #3
Hallo Stefan,

Zitat geschrieben von windata

Bei vielen Systemen funktioniert die Erkennung der TAN nur sehr unzuverlässig.

Das habe ich gerade letzte Woche bei einer Kundin beobachtet. Sie hielt das Gerät schräg zum senkrecht stehenden Monitor,- so wie im Prospekt abgebildet. Die Empfängerelemente stehen aber senkrecht auf der Platine des TAN-Generators,- also muss dass Lesegerät parallel zur Monitoroberfläche gehalten werden. Das klappte dann zu 100%

Zitat geschrieben von windata

Wieviele Firmen- bzw. Gewerbekunden brauchen denn wirklich diese vielbesagte Flexibilität, ihre geschäftlichen Bankgeschäfte von überall ausführen zu können?


Ich kenne keinen. Vielleicht liegt es an meiner Kundenstruktur. Die einen können nicht länger als zwei Wochen weg, - die anderen haben Mitarbeiter die ggf. notwendige Transaktionen ausführen.

Zitat geschrieben von windata

Wieviele dieser Kunden nutzen Browser-Banking zur Zahlungsverkehrsabwicklung?

Leider noch zu viele, - aber durch verständliche Information bewege ich sie zum Umdenken.
Hier wäre die Unterstützung durch die Geldinstitute hilfreich, - jedoch, - siehe den nächsten Absatz ..

Zitat geschrieben von windata

Warum erhalten diese Kunden z.B. optische TAN-Verfahren und nicht HBCI-Chipkarte oder EBICS?

Das ist eine kaufmännische Entscheidung. Das optische TAN-Verfahren verursacht den Instituten geringere Kosten als die HBCI-Chipkarte.

Vielleicht warten ja auch alle auf den ePA.

vermutet
Gerd
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Fellini
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Re: Wieviele Unternehmen/Gewerbekunden nutzen Browser-Banking?

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Gepostet: 18.08.2010 - 23:58 Uhr  ·  #4
Zitat
....sofort entlassen, und die "Fachabteilung" gleich mit. Von Sicherheitskonzepten haben diese "Experten" zumindest keine Ahnung.


Du aber wohl auch nicht, clio.
HBCI ist Stand heute wegen dem fehlenden Transaktionsbezug beim externen Medium auf dem Sicherheitsstand von iTan. Dass es noch keine Trojaner für windata gibt liegt einfach daran, dass es für die Kriminellen einfach noch nicht lohnt. Windata ist halt weniger verbreitet als FF und IE. Sorry Stefan, du bist halt grad hier im Thread. Die Software ist natürlich beliebig austauschbar.
Gerade im gerwerblichen Bereich sitzt das Sicherheitsproblem normalerweise vor dem Bildschirm. Wenn Chef weil wegen wichtig und Chef den Bankingzugang allein auf seinen Namen hat und das ganze Büro Zugang zu Kennwörtern und Sicherheitsmedien hat, dann sagt mir nicht, das Banking wäre unsicher.
EBICS ist in Unternehmen mit einer klaren Struktur und einem ausreichend großen Büroumfeld sinnvoll. Soll der kleine Handwerksbetrieb extra auf den Chef warten, weil Frau und alleinige Bürokraft nur eine B-Unterschrift hat? In so einem Umfeld reichen die "Privatverfahren" in Verbindung mit einer guten Software vollkommen aus. Und was spricht gegen einen P/T-Zugang für die schnelle Kontoabfrage von unterwegs via Browser - gerne auch im gejailbreakten Obsttelefon?

Zitat
Vielleicht warten ja auch alle auf den ePA.

Ja, in einigen Jahren, wenn die Sig vom ePa weit genug verbreitet ist, werden wir auf jeden Fall einiges damit unterschreiben.
windata
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Re: Wieviele Unternehmen/Gewerbekunden nutzen Browser-Banking?

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Gepostet: 19.08.2010 - 10:05 Uhr  ·  #5
Hallo zusammen,

mir ging es bei den Fragen im Wesentlichen darum, ob es wirklich Gewerbe- oder Firmenkunden gibt, die die vielbeschworene Felxibilität des Browser-Bankings brauchen und auch wirklich nutzen. Welche(r) Unternehmer(in) erledigt ihre/seine Zahlungen vom Internetcafé in Botswana oder sonst wo? Gibt es diese wirklich in der großen Anzahl? Mir ist bisher noch keine(r) aus dieser Zielgruppe begegnet. Aber scheinabr muss es davon ganz viele geben, sonst würden diese Kunden ja mit anderen Verfahren ausgestattet. Oder?

Ich habe nichts gegen die TAN-Verfahren, versteht mich nicht falsch. Nur habe ich den Eindruck, dass diese Verfahren einfach allen "gegeben" werden und nicht geprüft wird, was für den Kunden denn wirklich Sinn macht.

@Fellini: Dass es derzeit noch keine bekannten Trojaner für Banking-Software gibt ist verständlich. Es ist zu schwer, damit passable "Einnahmen zu generieren", weil ein Softwarehersteller (wir machen dies zumindest) entsprechende Sicherheitsmechanismen ins Programm einbauen kann und diese bei jedem Update wieder verändern kann. Damit wird ein Trojaner wohl immer nur einen bestimmten Relase-Stand einer Software angreifen können um erfolgreich zu sein. Das lohnt aber nicht. Wenn ich allein unsere User anschaue, dann sind bestimmt 10 oder 15 verschiedene Release-Stände bei Kunden im Einsatz. Bei jedem werden die Schlüssel geändert und die Fingerprints der Daten neu berechnet. Das wäre für einen Trojaner einfach nicht lukrativ. Aber genau das ist doch ein Vorteil von Softwareprogrammen.

Viele Grüße aus dem Allgäu

Stefan
Zimmi
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Re: Wieviele Unternehmen/Gewerbekunden nutzen Browser-Banking?

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Gepostet: 19.08.2010 - 10:20 Uhr  ·  #6
Ich kann jetzt nur für eine kleine Bank mit 4000 Online-Kunden und davon maximal 200-300 Firmen reden. Wir beraten jeden Kunden individuell.
Danach gibt es meist 2 Möglichkeiten:
1) Kunde realisiert, das er eine prof. Lösung benötigt. Dann schnappt er sich eine Zahlungsverkehrssoftware und wahlweise unser PIN/TAN o. HBCI o. EBICS Verfahren. Im besten Falle werden die Angestellten sogar mit eigenen Zugängen ausgestattet
2) Kunde klingt, als ob er das eher gezwungen macht und keinen Bock da drauf hat. Er lässt sich PIN/TAN erstellen und dann fliegt der Kram im Büro für alle zugänglich herum.

Typ2 lässt sich leider auch nicht durch individuelle Beratung vermeiden.

Edit wegen der eigentlichen Frage (sorry :-)): Keiner unserer Firmenkunden hat den Anspruch, unser Browserbanking von unterwegs vorzunehmen. Ich befürchte, da muss schon eher mal der PC daheim herhalten, wenn er nicht im Büro ist.
Testerin
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Re: Wieviele Unternehmen/Gewerbekunden nutzen Browser-Banking?

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Gepostet: 19.08.2010 - 10:29 Uhr  ·  #7
Naja, bei uns kommt das schon mal vor, dass irgendein Geschäftsführer, wenn er sich nicht im Büro oder im Ausland aufhält, auch mal seine Kontostände schnell im Internetbanking abruft. Das er von hier aus meistens keine Überweisungen auslöst, ist klar, das machen dann wieder seine Mitarbeiter im Büro.

So ganz ausgeschlossen ist diese Tatsache also nicht.
emroge
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Re: Wieviele Unternehmen/Gewerbekunden nutzen Browser-Banking?

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Gepostet: 19.08.2010 - 10:32 Uhr  ·  #8
Zitat geschrieben von windata
Aber scheinabr muss es davon ganz viele geben, sonst würden diese Kunden ja mit anderen Verfahren ausgestattet. Oder?

NEIN, - der Zusammenhang ist anders:
Der (vorher nicht beratene) Kunde geht zum Institut und bekommt dann das, was der Mitarbeiter "verkaufen" soll. (Das habe ich ja schon geschrieben, für die Institute haben die Kosten Priorität)

Zitat geschrieben von windata

einfach allen "gegeben" werden und nicht geprüft wird, was für den Kunden denn wirklich Sinn macht.

JA, - genau, es wird den Kunden "einfach nur gegeben".

Das wurde hier im Forum, an anderer Stelle, ja schon ausführlich behandelt. Eine wirkliche "Beratung und Schulung" können die Mitarbeiter nicht leisten, - das ist jedoch nicht den Mitarbeitern als Vorwurf zu machen, - nicht das meine Aussage jetzt falsch ankommt.

Nachträglich noch eine kleine Ergänzung:
Den Service der IT-Abteilungen habe ich immer sehr kompetent und hilfreich erlebt,- nicht das sich jetzt hier Jemand auf die Füsse getreten fühlt!



einen schönen Tag noch, wünscht,
Gerd
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clio
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Re: Wieviele Unternehmen/Gewerbekunden nutzen Browser-Banking?

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Gepostet: 19.08.2010 - 14:10 Uhr  ·  #9
@Fellini

Mein Kommentar bezog sich nicht direkt auf Windata, sondern war allgemein, zugegeben aber auch etwas provokant.
Windata selbst ist mir nicht bekannt, da ich kein Windows verwende.

Aber ganz allgemein ist das Sicherheitsbewußtsein auch bei Firmen nicht sehr ausgeprägt, wie ja auch aus den anderen Beiträgen zu entnehmen ist.
Das ist das Erschreckende.
emroge
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Re: Wieviele Unternehmen/Gewerbekunden nutzen Browser-Banking?

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Gepostet: 19.08.2010 - 14:35 Uhr  ·  #10
Zitat geschrieben von clio

Aber ganz allgemein ist das Sicherheitsbewußtsein auch bei Firmen nicht sehr ausgeprägt,

Ja, das ist erschreckend. Es gibt auch eine wissenschaftliche Erklärung:

Das limbische System, ist ein evolutionsbiologisch älterer Teil unseres Gehirns und kann als emotionales Langzeitgedächtnis bezeichnet werden. Es lässt uns auf Wahrnehmungen mit entsprechenden Gefühlen reagieren.

Beispiel:
Stell Dir vor, es ist halbdunkel, Du gehst alleine durch den Wald. Plötzlich knackt es hinter dir. Dein Gehirn signalisiert sofort GEFAHR.

Für abstrakte Gegebenheiten, für die auch keine Erfahrungen vorliegen, kann das limbische System keine angemessenen Emotionen entstehen lassen.

Diese Erkenntnis ist sehr wichtig für die Vermittlung von Wissen. (Kundenschulung) Es muss mit wenig Text und mit viel Bildern gearbeitet werden. Die abstrakten Abläufe müssen in einfache Bilder umgesetzt werden.

einen schönen Tag noch, wünscht,
Gerd
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Raimund Sichmann
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Re: Wieviele Unternehmen/Gewerbekunden nutzen Browser-Bankin

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Gepostet: 19.08.2010 - 20:56 Uhr  ·  #11
Hallo Stefan,
Zitat geschrieben von windata
Wieviele Firmen- bzw. Gewerbekunden brauchen denn wirklich diese vielbesagte Flexibilität, ihre geschäftlichen Bankgeschäfte von überall ausführen zu können?
Einige, aber nicht viele. Ich würde aus dem Bauch sagen: max. 1/3.

Zitat
Wieviele dieser Kunden nutzen Browser-Banking zur Zahlungsverkehrsabwicklung?
zu viele. Aber vielen reicht es auch aus. Sie brauchen nicht die Flexibilität, aber sie brauchen - oder kennen - auch nicht die Vorteile einer Onlinebanking-Software.

Zitat
Warum erhalten diese Kunden z.B. optische TAN-Verfahren und nicht HBCI-Chipkarte oder EBICS?

Da gibt es sicherlich 1000 mehr oder weniger gute Gründe:
Der Bankberater hat keine Ahnung.
Der Berater traut sich nicht, die Kosten zu nennen.
Es geht schneller (Freischaltung sofort)!
Der Bankberater kennt sich damit besser aus, weil er es selber nutzt.
Die Bank scheut den Aufwand und die Kosten für HBCI oder EBICS.
Der Kunde will das, was er schon ewig kennt und privat evtl. bereits nutzt (alle-TAN-Bogen-EB-Berater geplagten können ein Lied davon singen).
etc. etc.

Gruß
Raimund
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