Mehrere Bankzugänge (HBCI / INI-Briefe)

Warum sperren sich manche Banken so dagegen

 
sepanika
Benutzer
Avatar
Geschlecht: keine Angabe
Beiträge: 6
Dabei seit: 11 / 2013
Betreff:

Mehrere Bankzugänge (HBCI / INI-Briefe)

 · 
Gepostet: 04.02.2014 - 13:40 Uhr  ·  #1
Hallo zusammen,

kann mir jemand erklären warum viele Banken sich dagegen sperren einem Kunden mehrere INI-Briefe für die Einrichtung von HBCI-Zugängen zur Verfügung zu stellen?

Ich habe mir das mal von meinem Sparkassen-EB Betreuer erklären lassen, der Onlinebanking-Vertrag ist doch die Grundlage für alles, ob dann dahinter 1x 2x oder 3x verschiedene Zugänge auf einen Verfügungsberechtigten liegen darf doch eigentlich nicht stören?

Hintergrund ist folgender: Vor 2 Jahren habe ich schon mal bei der Commerzbank (ehemaliges Dresdner Bank Konto) einen 2. INI-Brief gebraucht weil wir in der Firma für das neue Onlinebanking-Programm neue Schlüssel brauchten, mobil auf dem Laptop wollte weiter mit der vorhandenen HBCI-Datei abrufen, Aussage - "es gibt nur eine Kennung pro Nutzer". Von meiner früheren Firma kannte ich es das man auch mehrere Kennungen bei der Dresdner Bank bekommen konnte, auch bei der Volksbank war das problemlos möglich.

Jetzt stellt die Firma wieder das Bankprogramm um wo ich den StarMoney-Schlüssel wieder nicht mehr verwenden kann, zumindest kann dieser DDBAC nichts damit anfangen. Ich möchte den StarMoney Schlüssel zumindest für eine Übergangszeit noch als "Reserve" haben, weil wir viele Zahlungen auf den Bankarbeitstag genau steuern - solange das neue System noch nicht stabil läuft wäre mir das lieb.

Die Hotline der Hypovereinsbank sagt auch dazu - "gibt nur einen Zugang, mehrere sind nicht möglich", warum eigentlich???

Vielleicht kann mich da ja jemand aufklären.

Danke,
sepanika
onlbanker
Benutzer
Avatar
Geschlecht:
Beiträge: 3338
Dabei seit: 05 / 2013
Betreff:

Re: Mehrere Bankzugänge (HBCI / INI-Briefe)

 · 
Gepostet: 04.02.2014 - 16:02 Uhr  ·  #2
Das ist ganz einfach. Eine Onlinebanking Teilnahmevereinbarung wird immer zwischen dem Teilnehmer und der Bank geschlossen. Und einen Teilnehmer gibt es nun mal eben nur einmal auf dieser Welt. Dass man mehrere Benutzerkennungen gebrauchen kann, weil man mehrere Software Programme mit dem gleichen Sicherungsmedium nutzt ist bei dem Vertragskonstrukt nicht vorgesehen, weil man diesen Bedarf bei Privatpersonen nicht annimmt. Wenn mehrere Verfügungsberechtigte existieren bekommt jeder eine eigene Teilnahmevereinbarung mit einem eigenen INI Brief.
Das Pendant dazu ist eine Vereinbarung für EBICS. Da wird der Vertrag zwischen Kontoinhaber und Bank geschlossen und dahinter verbergen sich dann X Teilnehmer. Das ist aber was anderes.

Also entweder steckt bei deiner Frage eine Firma dahinter, dann ist FinTS rein vertraglich eigentlich nicht das richtige für euch. Oder es wurde einfach nach dem falschen gefragt. Ihr dürft nicht nach mehreren INI-Briefen fragen sondern ihr müsste für jeden Verfügungsberechtigten um eine eigene Teilnahmevereinbarung bitten.
msa
Benutzer
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: München
Alter: 63
Beiträge: 7571
Dabei seit: 03 / 2007
Betreff:

Re: Mehrere Bankzugänge (HBCI / INI-Briefe)

 · 
Gepostet: 04.02.2014 - 20:38 Uhr  ·  #3
Das kommt wohl auf die einzelne Bank an. Die Stadtsparkasse München (FI) hat mir bei einem Problem vor einem guten Jahr ausdrücklich angeboten, eine weitere, gesonderte ID einzurichten. Und bei der Hypovereinsbank bekam ich im Rahmen von Umstellungen im Onlinebanking als Ersatz für eine alte 6stellige Zugangskennung automatisch eine neue 10stellige eingerichtet und zugesendet, obwohl ich schon lange eine (andere) neue 10stellige hatte. Die zweite bestand ca. 2 Jahre lang parallel - funktionierend! - bis ich sie aktiv habe löschen lassen. Und im VR-Bereich sind mehrere NetKeys zumindest technisch auch kein Problem. Ich hatte da auch vor einem knappen Jahr mal ne Zeit lang 2 Stück von ein und der gleichen Bank - auf meinen Namen. Und nur mit Konten drin, deren Inhaber ich nicht bin. Es kommt wohl auch etwas auf den einzelnen Mitarbeiter an, ob der WILL oder eben NICHT WILL.

Und: Nur weil jmd eine FIRMA ist, ist EBICS noch lang nicht automatisch das Richtige! Es gibt einige Konstellationen und Gründe, warum man von Fall zu Fall HBCI vorzieht.
onlbanker
Benutzer
Avatar
Geschlecht:
Beiträge: 3338
Dabei seit: 05 / 2013
Betreff:

Re: Mehrere Bankzugänge (HBCI / INI-Briefe)

 · 
Gepostet: 05.02.2014 - 09:15 Uhr  ·  #4
Ja, msa, völlig richtig! Daher schrieb ich ja auch von "rein vertraglichen" Betrachtungen. Technisch können das - soweit ich weiß - alle.
Und auch der Hinweis mit EBICS war aus reiner Vertragssicht, um den Hintergrund zu erklären.
sepanika
Benutzer
Avatar
Geschlecht: keine Angabe
Beiträge: 6
Dabei seit: 11 / 2013
Betreff:

Re: Mehrere Bankzugänge (HBCI / INI-Briefe)

 · 
Gepostet: 05.02.2014 - 18:29 Uhr  ·  #5
@onlbanker @msa

Danke für die ausführlichen Erläuterungen, nicht falsch verstehen - aber wenn ich mir das so durchlese weiss ich genau warum ich bei Banken permanent den Eindruck habe mit Theoretikern oder weltfremden Beamten zu sprechen ;-)

Mit EBICS & HBCI (FinTS) ist das wie mit der Religion, jeder meint die richtige zu haben scheint mir.

Für alle Elektronic Banking Mitarbeiter wird für Firmen nach dem Allheilmittel EBICS gerufen - klar, da sind die Preise nicht unter Kostenstelle "Service" abgegolten sondern man kan schön begründen das man ja einen Bankserver und entsprechende teure Technik vorhalten muss, darum kosten EBICS-Zugänge auch Geld, PIN&TAN oder HBCI meistens nicht, darum macht sich der 0815 Kundenberater es auch seit je her einfach bevor man in eine Diskussion wegen Kosten für Onlinebanking einsteigt obwohl man lieber über Finanzierungen sprechen möchte wird schnell das kostenlose Onlinebanking freigeschalten...

Wenn FTAM & EBICS seit je her die einzigen Wege zur Bank für alle juristischen Personen - vom Tante-Emma-Laden um die Ecke bis zum Multinationalen Konzern gewesen wäre gäbe es daran auch nichts auszusetzen.... die Realität sieht aber nunmal anders aus.

Fakt ist doch das es bei jeder Bank viele Firmenkunden gibt die entweder sogar noch mit PIN & TAN meinen Ihr Seelenheil in Sachen Onlinebanking gefunden zu haben, bei uns ist das mit 4 Einzelverfügungsberechtigten eben HBCI/FinTS und Schlüsseldatei (ja, DATEI - bitte jetzt keine Belehrungen in Sachen Sicherheit und dergleichen, gehört nicht zur Fragestellung!). Das hat zum einen sozusagen "Historische Gründe" weil es die Variante eben schon seit gut 10 Jahren gibt und sie sich soweit auch immer bewährt hat, ebenso ist es aber auch die Flexibilität in Sachen Zahlungsverkehrssoftware.

Da sind wir ja selbst schuld das wir uns mal auf StarMoney umstellen haben lassen und jetzt wieder zurück zu einem anderen Banking mit DDBAC Schnittstelle wollen das wieder andere Schlüssel braucht, ich frage mich nur warum man die Vertragskonstrukte bei jeder Bank / Bankengruppe anders gestaltet - und vorallem auch - anders interpretiert. Der mir bekannte Sparkassenberater meinte das ich mit meinem privaten Onlinebanking bei der Sparkasse jederzeit unterschiedliche Zugänge haben könne (PIN&TAN meinetwegen auch mehrfach und problemlos auf meinen Namen!) wäre wohl ein "Legivertrag", das wäre aber schon mit der vorhandenen Vereinbarung alles abgedeckt und muss nicht für jeden "Satz" Zugangsdaten wieder neu gemacht werden solange es nicht anstelle PIN & TAN auf einmal Chipkarte oder gar EBICS wird.

Als natürliche Person bin ich Einzel-Verfügungsberechtigter an einem Firmenkonto, wie die anderen 3 auch. Jeder hat seinen HBCI-Zugang mittels Datei, also gibt es für jeden von uns 4 Personen auch einen entsprechenden Vertrag als Teilnehmer, warum sollte man es mit diesen Verträgen nicht darstellen können das technisch mehrere Zugänge für jeden einzelnen von uns geschalten werden, das geht mir einfach nicht ein....

So viele Juristen und schlaue Köpfe in den Banken und Spitzenverbänden, warum nur macht da keiner mal was anwenderorientiertes.

Genau den gleichen Quxxxxx erlebe ich in Deutschland mit Konten die aufgelöst werden (nein, nicht um böse böse zur Konkurrenz zu wechseln - einfach wenn Unterkonten nicht mehr gebraucht werden), letzte Woche fragt mich meine Kollegin warum sie von einem Konto keine Umsätze mehr abrufen kann.... weil der Servicegedanke in Sachen Umsatzbereitstellung mit der Minute der technischen Kontoauflösung in Deutschland aufhört musste ich Ihr dann antworten. Gibt andere Länder wo man auch noch Jahre nach einer Kontolöschung die Umsatzdaten bis zum Endsaldo 0,00 abrufen kann, in Deutschland ist es ein Kraftakt dem Kundenberater zu erklären wann er im Banksystem auf den "Knopf drücken" soll damit man alle Buchungen auf einfachem Weg bis zur letzten Minute bekommt. Wer sagt mir jetzt bitte das ich bei EBICS dieses Problem nicht gehabt hätte? Nein, es geht mir darum das die unterschiedlichen Systeme und Handhabungen der Kreditinstitute den Anwender im Firmenumfeld mitweilen so irre machen das man einfach nur noch Hilfe schreien kann.
onlbanker
Benutzer
Avatar
Geschlecht:
Beiträge: 3338
Dabei seit: 05 / 2013
Betreff:

Re: Mehrere Bankzugänge (HBCI / INI-Briefe)

 · 
Gepostet: 05.02.2014 - 18:51 Uhr  ·  #6
Zitat geschrieben von sepanika
weil der Servicegedanke in Sachen Umsatzbereitstellung mit der Minute der technischen Kontoauflösung in Deutschland aufhört musste ich Ihr dann antworten.

Ja, ist so. Wäre bei EBICS auch so. Liegt aber an der Technik. Sobald das Konto eine Auflösungsvormerkung hat kann es online nicht mehr bedient werden. Das ist ein ewiges Problem und wenn die Bank das prozessual nicht sauber gestaltet (das heißt, Auflösungsvormerkung erst, wenn der Kunde die letzten Umsätze mit FinTS abgeholt hat und bei EBICS frühestens am nächsten Geschäftstag) hat man das Problem. Wenn man es aber bis zum Abruf der letzten Umsätze bestehen lässt und da mehrere Tage zwischen liegen hat man häufig ein Zinsproblem, man bekommt es dann nicht auf 0. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.
Schön und einfach wäre an der Stelle, wenn die genutzten Softwareprogramme ermöglichen würden, dass man die letzte Ausbuchung per Hand ergänzen könnte.
Wie lösen andere Länder das?
msa
Benutzer
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: München
Alter: 63
Beiträge: 7571
Dabei seit: 03 / 2007
Betreff:

Re: Mehrere Bankzugänge (HBCI / INI-Briefe)

 · 
Gepostet: 05.02.2014 - 19:52 Uhr  ·  #7
Zitat geschrieben von onlbanker
Schön und einfach wäre an der Stelle, wenn die genutzten Softwareprogramme ermöglichen würden, dass man die letzte Ausbuchung per Hand ergänzen könnte.


Ich brauche natürlich nicht extra erwähnen, dass man das in B4W selbstverständlich kann? :-)
Gewählte Zitate für Mehrfachzitierung:   0