Girocard weg? Bei der Bank sperren reicht nicht! KUNO EHI HDE

Kriminalitätsbekämpfung im unbaren Zahlungsverkehr unter Nutzung nichtpolizeilicher Organisationsstrukturen

 
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Girocard weg? Bei der Bank sperren reicht nicht! KUNO EHI HDE

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Gepostet: 19.07.2016 - 09:01 Uhr  ·  #1
Zitat
Es passiert häufig: Der Geldbeutel ist weg – gestohlen, verloren oder einfach nur verlegt. Oder ein gieriger Automat hat die EC-Karte einfach eingezogen und gibt sie nicht wieder her. In jedem Fall müssen schnell die Karten gesperrt werden, damit keiner unerlaubt mit ihnen bezahlen kann. Ein Anruf bei der Bank, Karte sperren lassen und alles ist gut, das denken die meisten. Was kaum einer weiß: Das Lastschriftverfahren mit Unterschrift muss separat gesperrt werden bei KUNO.
Quelle

Zitat
KUNO ist ein freiwilliges System der Polizeibehörden und der Wirtschaft zur Reduktion von Betrug im elektronischen Lastschriftverfahren - also bei Zahlungen per Debitkarte mit Unterschrift.

Wenn Ihre Karte verloren oder gestohlen wurde, gehen Sie bitte zur Polizei. Nur dort kann die MELDUNG VOM VERLUST IHRER KARTE im Rahmen einer Anzeige aufgenommen und an KUNO gemeldet werden. Melden Sie den Kartenverlust außerdem unbedingt auch ihrer kontoführenden Bank oder Sparkasse. Zusätzlich sollten Sie Ihre Kontobewegungen im Auge behalten.

www.kuno-sperrdienst.de

warum die Polizei bzw. KUNO es dann nicht direkt der Bank melden bzw. die Banken an KUNO, muss man aber nicht verstehen.
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Re: Girocard weg? Bei der Bank sperren reicht nicht! KUNO EHI HDE

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Gepostet: 19.07.2016 - 19:33 Uhr  ·  #2
Die Polizei nimmt m.W. keine Sperre von einer Bank an und bei Kuno sperren "müssen" muss man nicht. Man kann auch die unerlaubten Buchungen nachträglich stornieren, die Kontobeobachtung ist eh immer notwendig, um sich gegen unerlaubte Buchungen zu schützen. Da nützt einem KUNO nämlich auch nichts.
Imho gehören diese antiquierten ungesicherten Buchungen - außerhalb meinetwegen von Stammkundenbeziehungen - auf den Müllhaufen der Geschichte, gerne in die gleiche Ecke wie Magnetstreifen und der eurocheque...
msa
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Re: Girocard weg? Bei der Bank sperren reicht nicht! KUNO EHI HDE

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Gepostet: 19.07.2016 - 19:48 Uhr  ·  #3
Zitat geschrieben von Raimund Sichmann
...auf den Müllhaufen der Geschichte, gerne in die gleiche Ecke wie Magnetstreifen und der eurocheque...

Aber das geht doch nicht, Deutschland macht doch Mülltrennung! Sortenreine Haufen bitte!
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Re: Girocard weg? Bei der Bank sperren reicht nicht! KUNO EHI HDE

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Gepostet: 20.07.2016 - 07:40 Uhr  ·  #4
Zitat geschrieben von Raimund Sichmann

Die Polizei nimmt m.W. keine Sperre von einer Bank an und bei Kuno sperren "müssen" muss man nicht. Man kann auch die unerlaubten Buchungen nachträglich stornieren, die Kontobeobachtung ist eh immer notwendig, um sich gegen unerlaubte Buchungen zu schützen. Da nützt einem KUNO nämlich auch nichts.

Ein wenig oberflächlich betrachtet. Grundsätzlich kann Kuno gar nichts sperren und auch keine Polizei. Formal hast Du natürlich recht, eine ELV (Sprich Kartentransaktion mit Unterschrift) ist eine SEPA Lastschrift. die ich - wenn ich zurück geben kann. Nur damit ich das machen kann, ist in der Regel der Schaden (die Abbuchung) schon geschehen und muss erst rückabgewickelt werden.
Das ursprüngliche Problem bei ELV: Es gibt keine Prüfung bei der Bank, ob ausreichende Deckung vorhanden ist, oder die Karte überhaupt noch existiert. Dafür ist das Verfahren eben billig, warum viele Handler lieber das nutzen.

Was macht Kuno: Nicht sperren! Kann Kuno gar nicht. Kuno ist nichts anderes als ein Informationsdienst, bei dem angeschlossene Handler eine Karte prüfen lassen können. Nicht gegen das System der Bank -der einzigen Stelle, die in Echtzeit weiß was mit der Karte/Konto wirklich los ist - sondern gegen eine eigene Datenbank. Sprich Kuno versucht den Mangel an Sicherheit (vorallem für den Handler!) über einen eigenen Datenpool abzumildern. Das geht nur, wenn die möglichst viele Daten haben, daher das Interesse, dass ein Kunde seine Karte auch hier "sperrt" (was wie gesagt gar nicht der Fall ist und auch nur für die Handler gilt, die dieses System und nicht ein anderes konkurierendes System nutzen).

Damit erklärt sich auch die Unterstützung des Handelsverbands. Und vermutlich ist erst durch die Unterstützung des Verbandes auch die Unterstützung/Empfehlung durch die Polizei (Beratung) möglich gewesen.

Viele Grüße

Holger
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Re: Girocard weg? Bei der Bank sperren reicht nicht! KUNO EHI HDE

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Gepostet: 20.07.2016 - 20:22 Uhr  ·  #5
Ich versteh hier dein Verständnis des Begriffes "Sperre" hier nicht.
https://www.kuno-sperrdienst.de
Es sperrt ja die Karten vom Lastschrift-System der angeschlossenen Händler aus.

Das hat aber nichts mit dem Konto selbst zu tun, das beobachtet werden muss. Nichts anderes habe ich geschrieben und du willst mich doch wohl nicht ernsthaft über ELV aufklären, oder?
Um den Threadtitel aufzugreifen: Weder eine Kuno- noch eine Kartensperre bei der Bank reicht also aus, ein Girokonto muss beobachtet werden. Und da bietet sich eine Zahlungsverkehrssoftware/-app an, mit der ich das prima verwalten kann.
Gruß
Raimund
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Re: Girocard weg? Bei der Bank sperren reicht nicht! KUNO EHI HDE

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Gepostet: 21.07.2016 - 05:29 Uhr  ·  #6
war der Dienst den Vorpostern bekannt?
schadet es dem Karten-/Kontoinhaber, wenn die Daten bei KUNO hinterlegt sind?
hilft es dem Karten-/Kontoinhaber Probleme zu minimieren, da eben keine Rücklastschrift notwendig wird?

hat der Einzelhändler (also Einreicher) evtl. auch Vorteile
- nämlich dass die Ware einbehalten werden kann, da KUNO beim Bezahlvorgang eine Mißbrauch meldet (nicht erst bei der Rücklastschrift)
- keine Kosten für Rücklastschrift sowie nachfolgende Ermittlungen (Adresse, Rechtsanwalt, Titel usw.)

auch wenn solch ein Dienst, nur eingeschränkt Schutz bietet, aber er bietet "ein Mosaik-Stein an Sicherheit".
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Re: Girocard weg? Bei der Bank sperren reicht nicht! KUNO EHI HDE

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Gepostet: 21.07.2016 - 16:13 Uhr  ·  #7
wir kennen Kuno, gestört hat mich aber das "muss" in der Formulierung und der Eindruck, "die" Banken würden hier Richtung Kuno blocken. Sperraufträge wurden von Bankmitarbeitern im Auftrag von Karteninhabern nicht angenommen.
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Re: Girocard weg? Bei der Bank sperren reicht nicht! KUNO EHI HDE

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Gepostet: 21.07.2016 - 17:01 Uhr  ·  #8
Zitat geschrieben von Raimund Sichmann
der Eindruck, "die" Banken würden hier Richtung Kuno blocken

nein, steht nirgends
aber die Frage ist doch, warum die Parteien also Bankenverband/Banken und EHI/HDE keine Kooperation (Datenaustausch) eingehen.
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Re: Girocard weg? Bei der Bank sperren reicht nicht! KUNO EHI HDE

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Gepostet: 21.07.2016 - 20:03 Uhr  ·  #9
Ich meine den Link,
https://www.buhl.de/verbrauche…cht-nicht/
Zitat
Es passiert häufig: Der Geldbeutel ist weg – gestohlen, verloren oder einfach nur verlegt. Oder ein gieriger Automat hat die EC-Karte einfach eingezogen und gibt sie nicht wieder her. In jedem Fall müssen schnell die Karten gesperrt werden, damit keiner unerlaubt mit ihnen bezahlen kann. Ein Anruf bei der Bank, Karte sperren lassen und alles ist gut, das denken die meisten. Was kaum einer weiß: Das Lastschriftverfahren mit Unterschrift muss separat gesperrt werden bei KUNO.

Dort steht "muss" und dass die Karte von einem "gierigen Automaten" eingezogen wurde, was soll das für ein Gerät sein? Nur ein Geldautomat darf die Karte einbehalten und dann ergibt eine ELV-Sperre keinen Sinn.

Die Darstellung zum "Banken-Test" und der Kommentar empfinde ich halt als etwas einseitig, als ob die Banken Kuno totschweigen würden.
Verlorene Karte heißt in den allermeisten Fällen ist eine Karte eben nicht gestohlen, sondern verlegt oder verloren und es kommt eher selten zu Missbrauch (Konto beobachten!). Die Sperre der Bank wird natürlich durchgeführt, das gebietet die Vorsicht und natürlich auch die Vorschriften. Aber zur Polizei wird ein Kunde sicherlich geschickt, wenn die Karte gestohlen wurde oder missbräuchlich verwendet wird oder damit gerechnet werden muss.

Zum Verbrauchertipp: Unrechtmäßige Lastschriften ohne gültiges Mandat können länger als 8 Wochen zurückgeholt werden, nur online wird das nicht gehen, da man das begründen muss. 13 Monate wären also richtig. Natürlich will der Handel sowas nicht.

Zitat
Frage ist doch, warum die Parteien also Bankenverband/Banken und EHI/HDE keine Kooperation (Datenaustausch) eingehen.

Es gab doch mal das bankeigene POZ-Verfahren, dass eben der Handel kaum angenommen hat, weil die Pfennige für die Sperrprüfung oder die Telefongebühren zu teuer waren. Die Übertragung der Daten in eine "fremde" Tabelle würde ich allein datenschutzrechtlich kritisch sehen und natürlich haben die Banken ein eigenes Interesse daran, ein sicheres System, eben die chipgestützte PIN Zahlung zu stützen.
Nein, das Verfahren und ein Abgleich ergibt für mich keinen Sinn mehr und dafür brauch ich nicht mal meine Bankerbrille, sondern das sehe ich als Kunde so.
Ich finde es schon nervig, auf irgenwelchen gammeligen Mousepads oder Förderbändern zu unterschreiben.
Gruß
Raimund
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Re: Girocard weg? Bei der Bank sperren reicht nicht! KUNO EHI HDE

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Gepostet: 05.08.2018 - 09:01 Uhr  ·  #10
Bei Girocard "Gegnern" wird zwischenzeitlich KUNO als Tipp gehandelt, denn die User führen dort eine (ELV-) Sperre durch.
... somit wird bei Zahlungsvorgänge maestro bspw. genutzt.
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Re: Girocard weg? Bei der Bank sperren reicht nicht! KUNO EHI HDE

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Gepostet: 05.08.2018 - 09:32 Uhr  ·  #11
Zitat geschrieben von infoman

Bei Girocard "Gegnern" wird zwischenzeitlich KUNO als Tipp gehandelt, denn die User führen dort eine (ELV-) Sperre durch.
... somit wird bei Zahlungsvorgänge maestro bspw. genutzt.

Bevor hier ein falscher Eindruck entsteht: Beim ELV Verfahren gibt es keine Abfrage bei der Bank. Damit hat der Handler das Endrisiko (nicht der Kunde) , dass seine ELV Lastschrift nicht eingelöst, oder zurück gegeben wird. Um dieses Risiko zu minimieren, nutzen Handler oft Dienstleister, die z. B. eine Risikobewertung durchführen und ggf. doch eine Girocard Abfrage mit Pin machen oder aber auch eigene Sperrlisten führen. Die Sperrlisten bringen aber nur für die Handler etwas, die dem Dienst angeschlossen sind. Wenn man das bedenkt, dann weiß man auch schnell was die eigentliche Intention solcher Artikel ist (ohne Wertung ob der Dienstleister oder so ein Dienst an sich gut oder schlecht ist oder andere Konstellationen sinnvoller sind).

Viele Grüße
Holger
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